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Bundesrepublik Deutschland
Mittwoch, Oktober 5, 2022

43 Prozent der Deutschen nutzen Smart-Home-Technologien

Die Energiepreise steigen, der Herbst steht bevor: Nahezu alle Verbraucherinnen und Verbraucher stehen vor der Frage, wie sie Wärme und Strom einsparen können. Smart-Home-Technologien spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. So ist bereits in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der Menschen deutlich gestiegen, die mithilfe intelligenter Anwendungen die Energieeffizienz in ihrem Zuhause steigern und den Verbrauch reduzieren wollen: Ein Viertel (25 Prozent) der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nutzt inzwischen smarte Heizkörperthermostate. 2021 waren es erst 17 Prozent und 15 Prozent im Jahr 2020. Smarte Thermostate regeln die Temperatur in der Wohnung abhängig davon, ob gerade gelüftet wird, ob Personen anwesend sind und teilweise sogar unter Berücksichtigung der Wettervorhersage – damit verbraucht die Heizung in der Regel deutlich weniger Energie als bei Steuerung von Hand. Intelligente Rollläden oder Markisen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung automatisch herunterfahren und so für Kühlung sorgen, setzt ein Fünftel ein (21 Prozent) – 2021 waren es noch 13 Prozent. Ebenfalls ein Fünftel (21 Prozent) nutzt smarte oder WLAN-Steckdosen, um Stand-by standardmäßig zu vermeiden (2021: 16 Prozent). 13 Prozent verfolgen ihren Verbrauch über intelligente Zähler (2021: 8 Prozent). Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.315 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

Smart-Home-Technologien können einen ganz konkreten Beitrag dazu leisten, weniger Heizenergie und Strom zu verbrauchen. Sie sind sehr viel mehr als eine technische Spielerei. Sie steigern die Energieeffizienz, sorgen für mehr Sicherheit und erhöhen schließlich auch den Komfort und die Lebensqualität im eigenen Zuhause“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Intelligente Heiz- und Kühltechnik lohnt sich dabei nicht nur für Hausbesitzerinnen und -besitzer. Auch in Mietwohngen können smarte Thermostate mit wenigen Handgriffen installiert und bei einem Umzug einfach mitgenommen werden.“

Insgesamt haben 43 Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mindestens eine Smart-Home-Anwendung in ihren vier Wänden im Einsatz. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: 2020 waren es noch 37 Prozent und im Jahr 2018 26 Prozent. Die meistgenutzten Geräte sind intelligente Lampen und Leuchten, die bereits mehr als ein Drittel (36 Prozent) im Einsatz hat (2021: 29 Prozent). Bei ihnen lassen sich nicht nur per App Helligkeit oder Lichtfarbe regeln. Viele Modelle können so eingestellt werden, dass sie sich automatisch ausschalten, wenn eine Person den Raum verlässt und tragen so zum Energiesparen bei.

Bei mindestens der Hälfte wirken sich smarte Thermostate positiv aus

Wer aktuell smarte Thermostate im Einsatz hat, hat sie oft erst in diesem (22 Prozent) oder im letzten Jahr (21 Prozent) eingebaut. 35 Prozent nutzen sie seit zwei bis vier Jahren und 17 Prozent seit fünf Jahren oder länger. Der Effekt ist für viele messbar. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) berichtet, ihr Energieverbrauch sei seither gesunken – bei 22 Prozent deutlich, bei 31 Prozent eher gesunken. Bei 12 Prozent ist der Energieverbrauch nach eigenem Dafürhalten gleichgeblieben. Ein Drittel (33 Prozent) kann noch keine Aussage dazu treffen, weil die Geräte noch zu kurz im Einsatz sind. 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer würden aber den Einsatz eines intelligenten Heizkörperthermostats Freunden und Familie empfehlen. 88 Prozent aller Deutschen fordern denn auch: Die Potenziale von Smart-Home-Anwendungen für das Klima müssen besser bekannt gemacht werden.

Wer Smart-Home-Technologien nutzt, hat in Bezug auf den Klimaschutz eine noch deutlichere Meinung: Drei Viertel (75 Prozent) sind der Ansicht, es sollten überhaupt keine neuen Gebäude mehr errichtet werden, die nicht über ein intelligentes Energiemanagement verfügen. 89 Prozent sind überzeugt: Auch mit kleinen Energieeinsparungen kann man einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. „Schon bei der Planung neuer Häuser und Wohnungen sollte der Einsatz smarter Technologien mitberücksichtigt werden“, appelliert Bitkom-Präsident Achim Berg. „Eine Mehrwertsteuersenkung für besonders energiesparende Technologien würde überdies die Verbreitung in Privathaushalten fördern und wäre eine sinnvolle Ergänzungen zu anderen Fördermaßnahmen, die die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt entlastet und sie mit Blick auf den Herbst und Winter unterstützt.“ 9 von 10 Nutzerinnen und Nutzern von Smart-Home-Anwendungen (90 Prozent) wünschen sich in diesem Zusammenhang eine klare Kennzeichnung auf den Geräten, ob diese einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

18 Prozent der Senioren nutzen Smart-Home-Technologien

Ein weiterer wichtiger Bereich im Smart-Home-Markt ist das Thema Sicherheit. Ein Viertel der Deutschen (25 Prozent) nutzt eine smarte Videoüberwachung, um sich bzw. das eigene Zuhause zum Beispiel vor Einbrechern zu schützen (2021: 23 Prozent). 24 Prozent haben eine intelligente Alarmanlage im Einsatz (2021: 21 Prozent). Deutlich weniger verbreitet sind smarte Hausnotruf-Systeme (6 Prozent), beziehungsweise intelligente Rauchmelder, die bislang lediglich jeder und jede Zwanzigste im Einsatz hat (5 Prozent). Das eigene Haus oder die Wohnung sicherer zu machen, ist für die Mehrheit der Smart-Home-Nutzerinnen und Nutzer entscheidend für den Einsatz entsprechender Technologien (74 Prozent). Mehr Komfort und Lebensqualität (74 Prozent) und Energiesparen (72 Prozent) liegen nahezu gleich auf. „Insbesondere Senioren sollten sich mit dem Thema Smart Home befassen oder entsprechend beraten lassen. Sensoren können beispielsweise erkennen, wenn eine Person gestürzt ist und automatisch Hilfe rufen. Smart-Home-Technologien unterstützen dabei, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben“, sagt Berg. Unter den Nutzerinnen und Nutzern von Smart-Home-Technologien ist die Generation 65 plus noch vergleichsweise gering vertreten. Lediglich 18 Prozent der über 65-Jährigen nutzen entsprechende Geräte. Gleichwohl hat sich dieser Wert seit 2018 verdreifacht, als es gerade einmal 6 Prozent waren.

Staubsauger-Roboter in fast jedem vierten Haushalt

Unter den smarten Haushaltshelfern führt der Staubsauger-Roboter die Rangliste an: Schon 22 Prozent lassen ihn zuhause herumfahren – hier gab es ebenfalls einen deutlichen Anstieg (2021: 13 Prozent). In den Gärten von 18 Prozent der Deutschen mähen Rasenmäher-Roboter den Rasen und 14 Prozent haben zur Unterhaltung smarte Multimediasysteme installiert. Andere smarte Haushaltsgeräte wie intelligente Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Kühlschränke besitzen lediglich 4 Prozent der Deutschen.

Über die verschiedenen Technologien hinweg: In welchen Räumen des Hauses oder der Wohnungen sind vernetzte Geräte verbaut? Die meisten Nutzerinnen und Nutzer von Smart-Home-Technologien haben diese im Wohnzimmer im Einsatz (79 Prozent), fast ebenso viele im Esszimmer (78 Prozent) oder in der Küche (74 Prozent) und etwas weniger im Schlafzimmer (69 Prozent). Auch im Bad (57 Prozent), im Arbeitszimmer (49 Prozent) oder im Flur (38 Prozent) sind Smart-Home-Technologien zu finden. Im Garten (51 Prozent) und in der Garage (35 Prozent) kommen intelligente Geräte und Anwendungen ebenfalls vergleichsweise häufig zum Einsatz – und bei einem Viertel der Smart-Home-Nutzerinnen und -Nutzer auch im Kinderzimmer (24 Prozent). Das Smartphone spielt dabei für die Steuerung eine große Rolle: 85 Prozent steuern ihre Smart-Home-Anwendungen und -Geräte per Smartphone-App. 55 Prozent erteilen Sprachbefehle, wobei dies in der Regel über einen stationären Sprachassistenten oder einen mobilen Sprachassistenten ebenfalls über das Smartphone erfolgt. 20 Prozent steuern Smart-Home-Geräte per Fernbedienung. „Das Smart Home ist zum Haupteinsatzgebiet für die Sprachsteuerung von Geräten geworden“, sagt Berg.

Sicherheitsbedenken halten oft vom Smart Home ab

Wer keinerlei smarte Geräte in seinem Haushalt hat, ist häufig von Sicherheitsbedenken abgeschreckt. Fast die Hälfte der Nicht-Nutzerinnen und Nutzer (47 Prozent) fürchtet sich vor Hacker-Angriffen. 37 Prozent haben Angst vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten und 29 Prozent sorgen sich um ihre Privatsphäre. Vielen sind die Geräte auch zu teuer (29 Prozent) oder die Bedienung erscheint ihnen zu kompliziert (29 Prozent). „Das Thema IT und Datensicherheit spielt für viele Smart-Home-Nutzerinnen und -Nutzer eine bedeutende Rolle. Wichtig ist: Nicht unten in die Ramschkiste greifen, sondern auf nach internationalen Standards zertifizierte Produkte und seriöse, vertrauenswürdige Hersteller achten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Und: Das eigene WLAN schützen, regelmäßig Updates der Geräte durchführen.“ In diesem Zusammenhang kann das IT-Sicherheitskennzeichen des BSI eine gute Orientierung liefern. 88 Prozent der Smart-Home-Nutzerinnen und -Nutzer wünschen sich eine klare Kennzeichnung, ob ein Smart-Home-Produkt sicher ist.

Ausfälle kommen vor – aber selten

Trotz dieser Sorgen: Bislang hat noch niemand Hacker-Angriffe auf eines seiner Smart-Home-Geräte beobachtet. Bei denen, die selten (22 Prozent), gelegentlich (15 Prozent) oder regelmäßig (4 Prozent) mit Ausfällen ihrer Anwendungen zu kämpfen haben, liegt dies meist an einer Störung der Internetverbindung (83 Prozent). Bei einem Fünftel gab es Probleme bei der zugehörigen App (21 Prozent) oder eine andere Störung am Gerät (20 Prozent). Eigene Bedienfehler haben bei 8 Prozent schon zu Ausfällen geführt. Bei etwas mehr als der Hälfte aller Nutzerinnen und Nutzer (55 Prozent) hat es noch nie einen Ausfall bei den Anwendungen gegeben.

Das Smart Home der Zukunft: Mehr Sicherheit und Autonomie

Die Entwicklung am Markt für Smart-Home-Technologien verläuft rasant. Gegenüber zukünftigen Szenarien für intelligente Geräte zeigen die Deutschen eine große Offenheit. So können sich 76 Prozent vorstellen, einen Staubsauger-Roboter zu nutzen, der von selbst erkennt, wenn es Zeit für die nächste Reinigung ist und automatisch startet. 54 Prozent gefällt die Idee eines Backofens, der lernt, wie kross die Bewohner ihren Braten mögen – und diesen von allein auf den Punkt brät. Ein Kühlschrank, der nach den Vorlieben der Besitzer selbst die Essensplanung übernimmt und entsprechende Lebensmittel bestellt, wäre für die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) vorstellbar.

Insbesondere im Bereich Sicherheit können Smart-Home-Technologien künftig noch mehr Potenzial entfalten: 80 Prozent können sich vorstellen, in einem Haus zu wohnen, das erkennt, wenn ein Wasserschaden droht und das Wasser automatisch abstellt. Oder das Elementarschäden z.B. durch Hagel oder Blitz erkennt und die Bewohner darüber automatisch z.B. per App informiert (72 Prozent). 62 Prozent würden ein Zuhause nutzen, dass Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit einer Bewohnerin oder eines Bewohners erkennt und automatisch Hilfe ruft. „Smart-Home-Anwendungen werden in den kommenden Jahren in mehr und mehr Haushalten zu finden sein. Sie machen nicht nur das Leben leichter und sorgen für mehr Sicherheit, sie können überdies den Energieverbrauch deutlich senken“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Ein großer Teil des Endenergieverbrauchs geht aktuell für warme Wohnungen und warmes Wasser drauf. Smarte Tools entlasten auf lange Sicht den Geldbeutel, beschleunigen mit einer gesteigerten Energieeffizienz die Energiewende und verringern zugleich die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl.“

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Aktualisiert am 3. Oktober 2022 08:29
Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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