Die moderne Fahrzeugtechnik setzt auf digitale Systeme, die jeden Fehler im Auto erfassen und speichern. Das On-Board-Diagnose-System der zweiten Generation, kurz OBD II, ist seit 2001 in Europa für alle Benziner und seit 2004 für Diesel-Fahrzeuge Standard. Doch viele Autobesitzer wissen nicht, wie sie diese Technik richtig nutzen können.
Was ist OBD II und warum ist es wichtig?
Das OBD-System überwacht kontinuierlich alle wichtigen Komponenten im Fahrzeug. Sobald ein Problem auftritt, wird ein Fehlercode gespeichert und oft die Motorkontrollleuchte aktiviert. Diese Codes helfen dabei, Probleme schnell zu identifizieren und Reparaturen gezielt durchzuführen.
Die Grundvoraussetzung: Eine funktionierende Batterie
Bevor Sie mit der Diagnose beginnen, sollten Sie einen entscheidenden Punkt beachten: Die Qualität der Ausleseergebnisse hängt direkt von der Bordspannung ab. Eine schwache oder defekte AUTODOC Fahrzeugbatterie kann die Diagnoseergebnisse verfälschen oder sogar unmöglich machen.
Wichtige Punkte zur Bordspannung:
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Die optimale Spannung liegt bei 12,6 bis 12,8 Volt im Ruhezustand
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Bei laufendem Motor sollten 13,5 bis 14,5 Volt anliegen
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Schwankungen können falsche Fehlercodes erzeugen
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Eine niedrige Spannung kann auch echte Fehler verdecken
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fehlercode-Auslesung
1. Vorbereitung Stellen Sie sicher, dass die Zündung ausgeschaltet ist und die Batterie voll geladen ist. Suchen Sie die OBD-Buchse in Ihrem Fahrzeug – sie befindet sich meist im Fußraum auf der Fahrerseite.
2. Diagnosegerät anschließen Stecken Sie das OBD-Diagnosegerät in die Buchse. Schalten Sie dann die Zündung ein, ohne den Motor zu starten.
3. Fehlercodes auslesen Das Diagnosegerät verbindet sich automatisch mit dem Steuergerät. Wählen Sie die Funktion zum Auslesen der Fehlercodes. Der Vorgang dauert meist nur wenige Sekunden.
4. Codes interpretieren Die angezeigten Codes bestehen aus einem Buchstaben und vier Zahlen. Notieren Sie alle Codes für eine genaue Analyse.
Häufige Fehlercodes und ihre Bedeutung
Typische Probleme bei der Diagnose
Manchmal kommuniziert das OBD-System nicht richtig mit dem Diagnosegerät. In solchen Fällen können verschiedene Ursachen vorliegen. Weitere Details zu diesem Problem finden Sie in unserem Artikel © AUTODOC.
Häufige Störungsquellen sind:
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Defekte OBD-Buchse oder beschädigte Kontakte
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Fehlerhafte Sicherungen im Diagnose-Stromkreis
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Probleme mit dem Steuergerät selbst
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Inkompatibles Diagnosegerät
Professionelle Diagnose vs. Selbstdiagnose
Einfache Diagnosegeräte kosten zwischen 20 und 100 Euro und zeigen die Fehlercodes an. Professionelle Werkstatt-Systeme bieten jedoch deutlich mehr Informationen wie Live-Daten, Freeze-Frame-Daten und herstellerspezifische Codes.
Für gelegentliche Checks reicht ein einfaches Gerät. Bei komplexen Problemen oder wenn mehrere Codes gleichzeitig auftreten, ist der Gang zur Fachwerkstatt jedoch ratsam.
Fehler richtig löschen
Nach der Reparatur können Fehlercodes gelöscht werden. Wichtig: Löschen Sie Codes nicht einfach, ohne die Ursache zu beheben. Das System wird den Fehler sonst wieder speichern, sobald er erneut auftritt.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zur OBD-Diagnose
Kann ich mit einem Smartphone Fehlercodes auslesen? Ja, mit einem OBD-Bluetooth-Adapter und der passenden App ist das möglich. Diese Lösung ist kostengünstig und praktisch für einfache Diagnosen. Achten Sie jedoch auf eine stabile Stromversorgung während des Auslesevorgangs.
Wie oft sollte ich mein Fahrzeug auf Fehlercodes prüfen? Eine regelmäßige Kontrolle alle drei bis sechs Monate ist sinnvoll, auch wenn keine Warnleuchte leuchtet. Viele Systeme speichern Fehler ohne sofortige Anzeige. Zudem sollten Sie vor dem TÜV-Termin und vor längeren Fahrten eine Prüfung durchführen.
Was bedeuten die Buchstaben am Anfang der Fehlercodes? Der erste Buchstabe gibt den betroffenen Bereich an: P steht für Powertrain (Antrieb), B für Body (Karosserie), C für Chassis (Fahrwerk) und U für Network (Kommunikation). Die meisten Fehler bei der Motordiagnose beginnen mit P und sind für Autobesitzer am relevantesten.

