Review – Assassins Creed Black Flag Resynced – Klassiker im neuen Gewand

Als Ubisoft im Jahr 2013 Assassin’s Creed IV: Black Flag veröffentlichte, entwickelte sich das Spiel schnell zu einem der beliebtesten Serienteile überhaupt. Während andere Assassin’s-Creed-Spiele vor allem auf die Konflikte zwischen Assassinen und Templern setzten, rückte Black Flag den charismatischen Piraten Edward Kenway und das Leben in der Karibik des frühen 18. Jahrhunderts in den Mittelpunkt. Die Mischung aus Seeschlachten, Erkundung, Schatzsuche und klassischem Assassin’s-Creed-Gameplay machte das Spiel zu einem Fanliebling.

Mit Assassin’s Creed Black Flag Resynced wagt Ubisoft nun den Schritt eines vollständigen Remakes. Das Spiel wurde von Grund auf mit der aktuellen Anvil-Engine neu aufgebaut und bietet nicht nur eine deutlich modernisierte Technik, sondern auch Gameplay-Verbesserungen und zusätzliche Inhalte. Laut Ubisoft handelt es sich ausdrücklich nicht um ein einfaches Remaster, sondern um ein vollständiges Remake.

Die entscheidende Frage lautet daher: Ist Resynced die definitive Version eines Klassikers oder geht dabei etwas vom ursprünglichen Charme verloren?

Werfen wir einen ersten Blick auf die Grafik. Der größte Unterschied zum Original fällt bereits in den ersten Minuten auf. Die Karibik sieht schlicht fantastisch aus. Wo das Original bereits 2013 mit seiner lebendigen Spielwelt überzeugte, nutzt Resynced moderne Beleuchtung, hochauflösende Texturen, Raytracing sowie ein dynamisches Wettersystem, das Sonne, Regen und Stürme deutlich realistischer darstellt.

Besonders beeindruckend wirken:

  • das realistische Wasser
  • deutlich detailliertere Vegetation
  • glaubwürdige Gesichtsanimationen
  • verbesserte Lichteffekte
  • wesentlich dichtere Städte

Havanna, Kingston und Nassau wirken lebendiger als je zuvor. Händler, Soldaten und Zivilisten reagieren glaubwürdiger auf ihre Umgebung. Auch die Tierwelt profitiert sichtbar von der neuen Engine. Vor allem während Sonnenuntergängen oder tropischen Gewittern zeigt Resynced eindrucksvoll, warum sich ein vollständiges Remake gelohnt hat.

Ein großer Punkt bei Remakes ist auch immer die Performance. Hier muss sich Black Flag Resync nicht verstecken. Auf aktuellen Konsolen läuft das Spiel überwiegend mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Ladezeiten wurden drastisch reduziert, größere Städte gehen nahezu ohne Unterbrechung ineinander über und das Streaming der offenen Welt wurde deutlich verbessert. Auch auf dem PC hatte ich während meiner Testphase keine Probleme.

Dennoch verlief der Start nicht vollkommen problemlos. Einige Spieler berichteten über Bugs, Abstürze und kleinere technische Fehler, die Ubisoft bereits mit ersten Patches adressiert. Hier zeigt sich dann gleichzeitig auch, dass das Remake ernst genommen und betreut wird.

Eine der größten Sorgen vieler Fans bestand darin, dass Ubisoft das Spiel zu stark verändern könnte. Zum Glück bleibt das Grundgerüst nahezu identisch. Edward erkundet weiterhin Inseln, infiltriert Festungen, sucht nach Schätzen und übernimmt feindliche Schiffe. Dennoch wurden zahlreiche Mechaniken überarbeitet.

Dazu gehören:

  • flüssigeres Parkour
  • moderne Animationen
  • flexibleres Schleichen
  • verbesserte Gegner-KI
  • angenehmere Verfolgungsmissionen
  • überarbeitetes Kampfsystem

Gerade die Verfolgungsmissionen zählen zu den größten Verbesserungen. Im Original führten kleine Fehler häufig sofort zum Missionsabbruch. Resynced gestaltet diese Abschnitte deutlich fairer, ohne den Anspruch völlig aufzugeben. Es gibt uns Spielern etwas Freiheiten zurück. Auch das Schleichen profitiert enorm. Edward kann sich nun wesentlich freier bewegen und in mehr Situationen unauffällig vorgehen.

Doch wie gestalten sich die Kämpfe? Black Flag war nie für besonders komplexe Kämpfe bekannt. Das Kontersystem dominierte viele Auseinandersetzungen. Resynced erweitert dieses System um neue Konter, flüssigere Animationen und abwechslungsreichere Gegnerkombinationen. Dadurch fühlen sich Kämpfe dynamischer an, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Zwar erreicht das Kampfsystem nicht die Tiefe moderner Actionspiele, doch für ein Assassin’s-Creed-Spiel funktioniert es sehr gut. Zudem erinnerte es mich stärker an Assassins Creed Shadows.

Doch das wahre Highlight bleiben die Seeschlachten. Bereits 2013 waren die Kämpfe mit der Jackdaw das Herzstück des Spiels. Daran hat sich glücklicherweise nichts geändert. Das Segeln durch die Karibik gehört noch immer zu den besten Spielerlebnissen der gesamten Reihe. Wind, Wellen und Wetter beeinflussen die Atmosphäre nun wesentlich stärker. Explosionen wirken spektakulärer. Schiffe zerbrechen realistischer. Auch Boarding-Manöver profitieren von den neuen Animationen. Wer das Original wegen seiner Seeschlachten liebte, bekommt hier die bislang beste Version dieses Gameplays. Mich hat es auf jeden Fall mehr begeistert, als damals das Original.

Die Geschichte rund um Edward Kenway bleibt weitgehend unverändert. Das ist eine kluge Entscheidung. Edward zählt bis heute zu den beliebtesten Hauptfiguren der Reihe. Seine Entwicklung vom egoistischen Piraten zum Assassinen besitzt nach wie vor eine erstaunliche emotionale Wirkung. Neu hinzugekommen sind mehrere zusätzliche Storymissionen, welche Nebenfiguren mehr Raum geben und einige Handlungslücken schließen sollen, ohne die Haupthandlung grundlegend zu verändern. Diese neuen Inhalte fügen sich insgesamt gut ein. Sie verändern das Spielgefühl jedoch nicht grundlegend.

Insgesamt schafft es Resynced, dass die Atmosphäre deutlich größer ausfällt, als seinerzeit. Hier spielt Resynced seine größte Stärke aus.

Die Kombination aus:

  • Piratenliedern
  • dichter Vegetation
  • tropischen Stürmen
  • karibischen Städten
  • geheimnisvollen Ruinen

funktioniert auch heute noch hervorragend. Die berühmten Shantys begleiten den Spieler weiterhin auf See und wurden sogar um zusätzliche Lieder erweitert. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre, die nur wenige Open-World-Spiele erreichen.

Zwangsläufig vergleicht man bei einem Remake auch mit dem Original. Hier fällt im direkten Vergleich auf, dass Ubisoft erstaunlich respektvoll mit dem Original umgeht. Viele Remakes verändern zentrale Spielmechaniken oder schreiben Teile der Handlung um. Resynced verzichtet weitgehend darauf.

Stattdessen konzentriert sich das Remake auf:

  • bessere Grafik
  • modernisierte Technik
  • komfortableres Gameplay
  • kleinere Story-Erweiterungen
  • Quality-of-Life-Verbesserungen

Dadurch bleibt das ursprüngliche Spielgefühl erhalten. Wer Black Flag bereits mehrfach gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Neue Spieler erhalten gleichzeitig eine deutlich zeitgemäßere Version.

Doch ganz ohne Kritik kommt Resynced dennoch nicht davon. Einige neue Storymissionen wirken weniger stark inszeniert als die Hauptkampagne. Das fällt jedoch nur dann bewusst auf, wenn man den direkten Vergleich sucht und die Missionen bewusst erkennt. Außerdem gibt es trotz zahlreicher Verbesserungen noch immer einige Missionstypen, die ihr Alter nicht ganz verbergen können. Das Missionsdesign folgt häufig klassischen Ubisoft-Strukturen. Allerdings muss das in diesem Fall nicht nur kritisch wirken.

Aber lohnt sich das Remake dann überhaupt?

Für Neueinsteiger eindeutig. Wer Black Flag bislang nie gespielt hat, erhält die vermutlich beste Möglichkeit, diesen Serienklassiker nachzuholen.
Veteranen müssen sich hingegen fragen, ob ihnen Grafik, modernisierte Steuerung und zusätzliche Inhalte den Neukauf wert sind. Da die Geschichte größtenteils identisch bleibt, erleben Kenner keine völlig neue Erfahrung. Die technische Modernisierung fällt jedoch so umfangreich aus, dass sich das Spiel spürbar frischer anfühlt. Gerade das modernisierte Gameplay macht den Wiedereinstieg angenehmer als erwartet. Für mich speziell hat es sich auf jeden Fall gelohnt, hier wieder einsteigen und die Geschichte neu und frisch erleben zu können.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist genau das Remake, das sich viele Fans gewünscht haben. Ubisoft versucht nicht, einen Klassiker neu zu erfinden, sondern ihn mit moderner Technik und sinnvollen Verbesserungen in die Gegenwart zu holen. Die fantastische Grafik, das überarbeitete Gameplay und die weiterhin hervorragenden Seeschlachten machen das Spiel zur bislang besten Version von Edward Kenways Abenteuer.

Nicht jede Neuerung überzeugt vollständig, einige Missionen wirken auch heute noch etwas altmodisch und der Verzicht auf einen Mehrspielermodus dürfte manche Fans enttäuschen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Besonders bemerkenswert ist, dass das Remake den Geist des Originals bewahrt und gleichzeitig viele Schwächen beseitigt, die 2013 noch akzeptiert wurden, heute jedoch antiquiert wirken würden.

Unter dem Strich gelingt Ubisoft ein Remake, das sowohl Nostalgiker als auch Neueinsteiger anspricht. Es modernisiert einen der beliebtesten Teile der Assassin’s-Creed-Reihe, ohne dessen Identität zu verlieren. Wer Piratenabenteuer, offene Welten und atmosphärische Seeschlachten liebt, findet in Black Flag Resynced eine der stärksten Neuauflagen der letzten Jahre.

TopTechNews_Gold

Review – Assassins Creed Black Flag Resynced – Klassiker im neuen Gewand
9.5
Grafik
9
Sound
8.5
Steuerung
9
Spiele Spaß
8
Preis Leistung
Gesamtwertung 8.8 / 10
Unser Fazit
Mich hat das Remake von Black Flag sehr gepackt. Endlich wieder als Edward durch die Karibik - ein wahrer Traum! Und jetzt macht es noch mehr Freude, einfach nur aufs Meer zu schauen und die Shantys zu genießen.
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Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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