Review: VMAX VX2 Lite im Test: 1.400 Watt Peak, Vollfederung & bis zu 90 km Reichweite zum fairen Preis

Kopfsteinpflaster, abgesenkte Bordsteine, schlechte Radwege und kurze Steigungen gehören zu den Situationen, bei denen sich bereits nach wenigen Kilometern zeigt, ob ein E-Scooter nur auf dem Datenblatt gut aussieht oder im Alltag wirklich überzeugt. Genau deshalb hat uns beim VMAX VX2 Lite nicht zuerst die maximale Reichweite oder die Peakleistung interessiert. Wir wollten wissen, wie sich der Scooter auf typischen Alltagsstrecken fährt – und hier macht das neue Fahrwerk bereits nach kurzer Zeit einen sehr guten Eindruck.

VMAX positioniert den VX2 Lite unterhalb der besonders leistungsstarken Modelle der Marke, hat bei den entscheidenden Komponenten aber erstaunlich wenig eingespart. Ein 500-Watt-Motor mit bis zu 1.400 Watt Peakleistung trifft auf die V-Core-25A-Steuerung, 10 Zoll große Tubeless-Luftreifen und eine echte Federung an Vorder- und Hinterrad. Vorne arbeitet eine Öldruck-Federgabel, hinten übernimmt ein Elastomer-Dämpfungssystem.

Dazu kommen Blinker vorne und hinten, ein 60-Lux-Frontscheinwerfer, Rück- und Bremslicht, zwei separate Bremshebel, eine Trommelbremse vorne und elektronische Rekuperation hinten. Der Aluminiumrahmen ist nach IPX6 gegen Wasser geschützt und kann mit bis zu 130 kg belastet werden.

Interessant ist außerdem die Wahl zwischen zwei Akkuvarianten. Mit 48 V und 13 Ah stehen 624 Wh zur Verfügung, womit unter Idealbedingungen bis zu 70 km möglich sind. Die größere Version bringt es mit 48 V und 18,2 Ah auf 874 Wh und erhöht die maximale Reichweite auf bis zu 90 km.

Damit ist der VX2 Lite keineswegs ein kleiner Kurzstrecken-Scooter. Besonders die große Akkuversion eignet sich hervorragend für Nutzer, die nicht jeden Abend das Ladegerät anschließen möchten oder regelmäßig längere Strecken zurücklegen.

Nach unseren Fahrten blieb jedoch vor allem ein Eindruck hängen: Der VX2 Lite wirkt deutlich erwachsener, komfortabler und kräftiger, als es die Bezeichnung „Lite“ zunächst vermuten lässt.

Typisch VMAX – robust statt möglichst filigran

Beim ersten Aufstellen vermittelt der VX2 Lite sofort einen stabilen Eindruck. VMAX versucht nicht, auf Teufel komm raus jedes Gramm einzusparen. Stattdessen steht ein kräftiger Aluminiumrahmen auf zwei 10-Zoll-Luftreifen und einem vergleichsweise breiten Trittbrett.

Fahrbereit misst der Scooter 1.278 mm in der Höhe, 555 mm in der Breite und 1.148 mm in der Länge.

Die Lenkerhöhe über dem Trittbrett beträgt 1.008 mm. Damit bietet der VX2 Lite auch größeren Fahrern eine angenehm aufrechte Position, ohne dass man sich stark nach vorne beugen muss.

Der Lenker ist 555 mm breit. Gerade bei etwas schlechterem Untergrund sorgt diese Breite für eine gute Kontrolle. Kleine Lenkbewegungen lassen sich präzise umsetzen, gleichzeitig fühlt sich der Scooter nicht nervös an.

Das Trittbrett misst 456 × 188 mm.

Diese 188 mm Breite machen im Alltag einen deutlich größeren Unterschied, als man zunächst vermuten würde. Beide Füße lassen sich bequem platzieren und während längerer Fahrten kann die Position verändert werden, ohne dass man ständig am Rand des Decks steht.

Die Trittbretthöhe liegt bei 230 mm. Unter dem Scooter verbleiben 156 mm Bodenfreiheit.

Gerade diese Bodenfreiheit gefällt uns gut. Bei höheren Übergängen oder schlechteren Wegen muss man nicht bei jeder Unebenheit befürchten, mit der Unterseite aufzusetzen.

Technische Daten und Maße des VMAX VX2 Lite

Die wichtigsten Daten des von uns getesteten VMAX VX2 Lite im Überblick:

  • Modell: VMAX VX2 Lite
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Abmessungen fahrbereit: 1.278 × 555 × 1.148 mm
  • Abmessungen zusammengeklappt: 535 × 555 × 1.148 mm
  • Gesamthöhe: 1.278 mm
  • Lenkerhöhe ab Trittbrett: 1.008 mm
  • Lenkerbreite: 555 mm
  • Gesamtlänge: 1.148 mm
  • Trittbrett: 456 × 188 mm
  • Trittbretthöhe: 230 mm
  • Bodenfreiheit: 156 mm
  • Gewicht: 22,7 beziehungsweise 23,5 kg, abhängig von der Akkuversion
  • maximale Zuladung: 130 kg
  • Motor: bürstenloser 48-V-Elektromotor
  • Nennleistung: 500 W
  • maximale Peakleistung: 1.400 W
  • Motorsteuerung: V-Core 25A
  • maximale Geschwindigkeit Deutschland: 20 km/h
  • EU-Version: bis 25 km/h ohne deutsche Straßenzulassung
  • maximale Steigfähigkeit: bis zu 28 %
  • Akku kleinere Version: 48 V / 13 Ah / 624 Wh
  • maximale Reichweite kleinere Version: bis zu 70 km
  • Akku große Version: 48 V / 18,2 Ah / rund 874 Wh
  • maximale Reichweite große Version: bis zu 90 km
  • Ladezeit: ca. 6,5 beziehungsweise 9 Stunden
  • Ladegerät: 54,6 V / 2 A
  • Reifen: 10 Zoll Tubeless-Luftreifen
  • Federung vorne: Öldruck-Federgabel
  • Federung hinten: Elastomer-Dämpfung
  • Vorderbremse: Trommelbremse
  • Hinterradbremse: elektronische Rekuperationsbremse
  • Bremshebel: zwei getrennte Bremshebel
  • Frontscheinwerfer: 60 Lux mit Doppelkegel
  • Rücklicht: vorhanden
  • Bremslicht: vorhanden
  • Blinker: vorne und hinten
  • Fahrmodi: Eco und Sport
  • Schutzklasse: IPX6
  • App-Unterstützung: VMAX App für iOS und Android
  • deutsche Straßenzulassung: vorhanden bei der 20-km/h-Version

Gerade mit Blick auf Motor, Federung und Akkukapazität ist die Bezeichnung Lite also eher relativ zu verstehen. Mit einem besonders einfachen Einsteiger-Scooter hat dieses Modell wenig gemeinsam.

500 Watt Nennleistung und bis zu 1.400 Watt Peak

Der Motor arbeitet mit einer Nennleistung von 500 Watt. Entscheidend für das Fahrgefühl ist allerdings nicht nur dieser Dauerwert.

Kurzzeitig stehen bis zu 1.400 Watt Peakleistung zur Verfügung.

Diese Leistungsreserve merkt man besonders beim Anfahren und an Steigungen. Der VX2 Lite wirkt nicht träge und braucht keine gefühlte Ewigkeit, um auf seine Reisegeschwindigkeit zu kommen.

Im Sport-Modus reagiert der Antrieb deutlich direkter auf das Fahrpedal. Gerade nach einer Ampel oder Kreuzung beschleunigt der Scooter kräftig genug, um schnell wieder im Verkehrsfluss mitzuhalten.

Dabei bleibt die Leistungsentfaltung gut kontrollierbar.

Das gefällt uns besser als Scooter, die beim ersten Millimeter Gasgriff sofort aggressiv nach vorne springen. Ein alltagstauglicher E-Scooter sollte kräftig sein, aber nicht unnötig hektisch reagieren.

Hier spielt auch die V-Core-25A-Steuerung eine wichtige Rolle. Motor und Controller wirken gut aufeinander abgestimmt.

Bis zu 28 Prozent Steigung

VMAX gibt eine maximale Steigfähigkeit von bis zu 28 Prozent an.

Wie bei allen Steigungsangaben hängt der tatsächlich erreichbare Wert natürlich stark von Fahrergewicht, Akkustand, Geschwindigkeit und Untergrund ab.

Trotzdem besitzt der VX2 Lite spürbar mehr Reserven als typische schwache City-Scooter.

Bei normalen Brückenauffahrten und kleineren Steigungen hält der Motor seine Geschwindigkeit angenehm konstant. An stärkeren Anstiegen wird der Scooter naturgemäß langsamer, wirkt dabei aber nicht sofort überfordert.

Gerade Nutzer, deren tägliche Strecke nicht vollständig eben verläuft, werden die zusätzliche Peakleistung zu schätzen wissen.

Ein 250- oder 300-Watt-Antrieb kann auf flacher Strecke völlig ausreichend wirken und an der ersten ernsthaften Steigung plötzlich einbrechen.

Dieses Gefühl hatten wir beim VX2 Lite nicht.

Das eigentliche Highlight ist die Vollfederung

Motorleistung lässt sich auf einem Datenblatt einfach vergleichen. Komfort muss man dagegen erfahren.

Und genau hier hat uns der VX2 Lite besonders positiv überrascht.

VMAX kombiniert vorne eine Öldruck-Federgabel mit einer Elastomer-Dämpfung am Hinterrad.

Damit werden nicht nur harte Schläge am Vorderrad abgefangen. Auch die Hinterachse kann Bewegungen aufnehmen.

Das Resultat ist ein deutlich ruhigeres Fahrgefühl.

Auf gutem Asphalt merkt man davon zunächst wenig. Sobald der Untergrund schlechter wird, ändert sich das schnell.

Kopfsteinpflaster, grober Asphalt, kleine Schlaglöcher und abgesenkte Bordsteine erreichen Hände und Beine wesentlich weniger ungefiltert als bei einem komplett ungefederten Scooter.

Das bedeutet nicht, dass der VX2 Lite plötzlich zum Offroad-Fahrzeug wird.

Die Unterschiede im Alltag sind trotzdem erheblich.

Gerade auf längeren Strecken reduziert eine gute Federung die ständigen kleinen Stöße, die irgendwann Handgelenke und Beine ermüden.

10-Zoll-Tubeless-Reifen passen perfekt zum Fahrwerk

Zusätzlich zur Federung kommen 10 Zoll große Tubeless-Luftreifen zum Einsatz.

Auch sie tragen einen wichtigen Teil zum Fahrkomfort bei.

Luftreifen können kleinere Unebenheiten bereits durch ihr eigenes Volumen absorbieren. Zusammen mit der Vorder- und Hinterradfederung entsteht dadurch ein sehr ausgewogenes Fahrwerk.

Tubeless bedeutet außerdem, dass im Reifen kein separater Schlauch sitzt.

Dadurch entfällt der klassische eingeklemmte beziehungsweise durchstochene Fahrradschlauch als mögliche Fehlerquelle. Ein Tubeless-Reifen kann selbstverständlich trotzdem beschädigt werden, im Alltag ist das System aber sehr bewährt.

Wichtig bleibt der korrekte Luftdruck.

Zu wenig Druck erhöht den Rollwiderstand und reduziert Reichweite sowie Fahrstabilität. Zu viel Druck nimmt dagegen einen Teil des Komfortvorteils.

Wer regelmäßig den Reifendruck kontrolliert, bekommt vom VX2 Lite ein angenehm ruhiges und gleichzeitig präzises Fahrverhalten.

188 mm breites Trittbrett macht lange Strecken entspannter

Das Trittbrett gehört für uns zu den oft unterschätzten Komponenten eines E-Scooters.

Mit 456 mm Länge und 188 mm Breite bietet der VX2 Lite genügend Platz, um die Füße komfortabel versetzt zu positionieren.

Bei einer fünfminütigen Fahrt spielt das kaum eine Rolle.

Nach 30 oder 40 Minuten sieht die Sache anders aus.

Ein sehr schmales Deck zwingt den Fahrer dauerhaft in eine einzige Stellung. Beim VX2 Lite kann man die Position gelegentlich verändern und das Gewicht etwas anders verteilen.

Die rutschhemmende Oberfläche vermittelt auch bei feuchteren Schuhen einen sicheren Stand.

Zusammen mit dem breiten Lenker ergibt sich eine stabile Fahrposition, die sehr gut zum komfortorientierten Charakter des Scooters passt.

624 oder 874 Wh: zwei sinnvolle Akkuvarianten

VMAX bietet den VX2 Lite mit zwei unterschiedlichen Akkus an.

Die kleinere Variante besitzt 48 V und 13 Ah. Daraus ergeben sich 624 Wh Energieinhalt und eine theoretische maximale Reichweite von bis zu 70 km.

Wer besonders viel Reserve möchte, kann zur Version mit 48 V und 18,2 Ah greifen.

Mit rund 874 Wh steigt die maximale Reichweite auf bis zu 90 km.

Für einen E-Scooter dieser Klasse ist das eine ausgesprochen großzügige Akkukapazität.

Natürlich müssen die Reichweitenwerte richtig eingeordnet werden.

VMAX ermittelt sie unter Idealbedingungen mit ungefähr 20 bis 25 °C Außentemperatur, einem 75 kg schweren Fahrer, ebener Strecke, wenig Stop-and-Go, Eco-Modus, 20 km/h und korrekt aufgepumpten Reifen.

Im echten Alltag können die Werte deshalb deutlich niedriger ausfallen.

Steigungen, häufige Beschleunigung, niedrige Temperaturen, höheres Fahrergewicht und permanenter Sport-Modus benötigen zusätzliche Energie.

Trotzdem hat die große Batterie einen entscheidenden Vorteil: Man besitzt reichlich Reserve.

Die große Reichweite verändert den Alltag mehr als erwartet

Bei einem Scooter mit kleinem Akku denkt man vor jeder längeren Fahrt automatisch darüber nach, ob die verbleibenden Prozent noch reichen.

Beim VX2 Lite mit großem Akku verschiebt sich dieser Gedanke deutlich nach hinten.

Selbst wenn die theoretischen 90 km unter normalen Alltagsbedingungen nicht vollständig erreicht werden, bleibt genügend Kapazität für mehrere typische Fahrten.

Für Pendler bedeutet das beispielsweise, dass nicht zwingend täglich geladen werden muss.

Auch spontane Umwege fühlen sich weniger kritisch an.

Genau dieser psychologische Komfort ist für uns fast genauso wichtig wie die reine Kilometerzahl.

Ladezeit von 6,5 beziehungsweise 9 Stunden

Die größere Kapazität bringt naturgemäß längere Ladezeiten mit sich.

Die 624-Wh-Version benötigt ungefähr 6,5 Stunden.

Bei der großen 874-Wh-Ausführung sind es rund neun Stunden.

Das mitgelieferte Ladegerät arbeitet mit 54,6 V und 2 A.

Neun Stunden sind nicht besonders kurz. Bei einem Scooter mit großer Reichweite empfinden wir das aber nicht als ernstes Problem.

In der Praxis wird meist über Nacht geladen.

Wer täglich nur einen Teil des Akkus nutzt, muss außerdem nicht jedes Mal von null auf hundert Prozent laden.

Ein leistungsstärkeres Schnellladegerät wäre trotzdem eine interessante Option für Nutzer, die sehr hohe Tagesfahrleistungen planen.

22,7 beziehungsweise 23,5 kg sind keine Leichtgewichte

Der VX2 Lite wiegt abhängig von der Akkuvariante 22,7 beziehungsweise 23,5 kg.

Damit ist klar: „Lite“ bedeutet hier nicht ultraleicht.

Wer seinen Scooter jeden Morgen drei Stockwerke ohne Aufzug hinunter- und abends wieder hochtragen muss, wird das Gewicht bemerken.

Für kurze Tragepassagen ist es in Ordnung.

Eine längere Treppe mit über 23 kg macht dagegen wenig Spaß.

Dafür erhält man einen stabilen Aluminiumrahmen, große Batterie, Vollfederung und kräftigen Motor.

Der VX2 Lite richtet sich deshalb stärker an Nutzer, die überwiegend fahren und nur gelegentlich tragen.

Zusammenklappen funktioniert unkompliziert

Für Transport und Lagerung lässt sich die Lenksäule herunterklappen.

Im gefalteten Zustand misst der Scooter 535 × 555 × 1.148 mm.

Dadurch reduziert sich vor allem die Höhe erheblich.

Im Kofferraum eines größeren Fahrzeugs oder in einer Garage lässt sich der VX2 Lite entsprechend gut unterbringen.

Das Gewicht bleibt natürlich bestehen.

Wer ihn häufig in ein Auto hebt, greift am besten mit beiden Händen und möglichst nah am Schwerpunkt.

Die robuste Konstruktion vermittelt beim Zusammenklappen und Aufstellen einen vertrauenerweckenden Eindruck.

Trommelbremse vorne und Rekuperation hinten

Beim Bremssystem setzt VMAX auf eine interessante Kombination.

Vorne arbeitet eine mechanische Trommelbremse.

Hinten verzögert eine elektronische Rekuperationsbremse.

Beide Systeme besitzen einen eigenen Bremshebel.

Das gefällt uns ausgesprochen gut.

Statt dass die Elektronik automatisch entscheidet, wie stark mechanische und elektrische Bremse gleichzeitig eingreifen, kann der Fahrer beide Achsen gezielter kontrollieren.

Die Trommelbremse vorne bietet eine zuverlässige mechanische Verzögerung und ist gleichzeitig relativ wartungsarm.

Eine Trommel ist außerdem besser gegen Schmutz und Nässe geschützt als eine offen liegende Scheibe.

Die elektronische Hinterradbremse arbeitet angenehm gleichmäßig.

Sie nutzt den Motor zur Verzögerung und kann dabei einen Teil der Energie zurückgewinnen.

Man sollte von Rekuperation bei einem E-Scooter keine riesigen Reichweitengewinne erwarten. Trotzdem ist es sinnvoll, Bewegungsenergie nicht vollständig als Wärme an einer mechanischen Bremse zu verlieren.

Bremsgefühl mit guter Dosierbarkeit

Im normalen Alltag haben wir häufig zunächst die elektronische Hinterradbremse genutzt und bei stärkerer Verzögerung die Trommelbremse hinzugezogen.

Damit lässt sich der Scooter sehr fein kontrollieren.

Bei einer Notbremsung stehen beide Systeme gemeinsam zur Verfügung.

Gerade bei nassem Untergrund sollte natürlich unabhängig von der Bremsanlage vorausschauend gefahren werden.

Die Kombination gefällt uns insgesamt sehr gut, weil sie kräftige Verzögerung mit vergleichsweise geringem Wartungsaufwand verbindet.

Blinker vorne und hinten gehören mittlerweile einfach dazu

Der VX2 Lite besitzt Blinker an Vorder- und Rückseite.

Gerade im Stadtverkehr möchten wir darauf inzwischen nur ungern verzichten.

Wer auf einem E-Scooter einen Arm zum Abbiegezeichen vom Lenker nimmt, verliert einen Teil seiner Stabilität.

Ein gut sichtbarer Blinker erlaubt dagegen, beide Hände am Lenker zu lassen.

Das ist besonders bei schlechter Fahrbahn oder während eines Bremsvorgangs ein Sicherheitsgewinn.

Die Bedienung ist während der Fahrt gut erreichbar und nach kurzer Eingewöhnung intuitiv.

60-Lux-Scheinwerfer mit Doppelkegel

Vorne sitzt ein 60-Lux-Scheinwerfer.

Die Beleuchtung dient dabei nicht nur dazu, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden.

Der Lichtkegel leuchtet die Fahrbahn tatsächlich brauchbar aus.

Gerade auf unbeleuchteten Radwegen erkennt man Unebenheiten und Hindernisse wesentlich früher als bei einfachen Positionsleuchten.

Hinten befinden sich Rück- und Bremslicht.

Beim Verzögern wird dadurch auch für nachfolgende Verkehrsteilnehmer klar erkennbar, dass die Geschwindigkeit reduziert wird.

In Kombination mit den Blinkern besitzt der VX2 Lite damit eine ausgesprochen komplette Beleuchtungsanlage.

Das Display bleibt angenehm übersichtlich

Am Lenker befindet sich ein gut ablesbares Display.

Während der Fahrt stehen die wichtigen Informationen dort, wo wir sie erwarten: Geschwindigkeit, Akkustand und gewählter Fahrmodus sind schnell erfassbar.

Uns gefällt, dass die Darstellung nicht unnötig überladen wirkt.

Während einer Fahrt sollte niemand mehrere Sekunden lang kleine Menüs studieren müssen.

Für umfangreichere Informationen gibt es schließlich die VMAX-App für iOS und Android.

VMAX-App: deutlich mehr als nur Akkustand

Der VX2 Lite lässt sich mit der VMAX-App für iOS und Android verbinden.

Die Verbindung erfolgt über Bluetooth.

Nach dem Koppeln stehen Fahr- und Scooterinformationen zur Verfügung.

Interessant ist vor allem die Navigationsfunktion.

Karten können für die benötigte Region gespeichert werden. Anschließend lassen sich Adressen und POIs suchen und passende Strecken planen.

Die App kann dabei deutlich mehr als eine gewöhnliche Smartphone-Navigation.

Für die Reichweitenberechnung können persönliche Informationen wie Gewicht und Körpergröße berücksichtigt werden. Zusätzlich fließen Höheninformationen und die Straßenbeschaffenheit in die Berechnung ein.

Dadurch erhält man eine realistischere Einschätzung, ob die gewünschte Strecke mit dem aktuellen Akkustand noch erreichbar ist.

Gerade bei einem E-Scooter finden wir das sinnvoll.

Eine zehn Kilometer lange komplett flache Route benötigt schließlich weniger Energie als zehn Kilometer mit mehreren starken Steigungen.

GPX-Import und eigene Routen

Auch GPX-Dateien können importiert werden.

Wer sich vorher beispielsweise eine Freizeitroute zusammengestellt hat, kann sie anschließend in der VMAX-App verwenden.

Die Funktion „Draw and Plan“ erlaubt zusätzlich, eine gewünschte Strecke direkt auf der Karte zu zeichnen.

Anschließend sucht die App passende befahrbare Wege entlang dieser Planung.

Das ist besonders für Touren interessant.

Wer lediglich möglichst schnell zur Arbeit möchte, nutzt klassische Navigation.

Wer am Wochenende bewusst eine bestimmte Runde fahren möchte, kann sich dagegen eine eigene Route zusammenstellen.

Touren lassen sich aufzeichnen und später in der Historie betrachten beziehungsweise teilen.

Damit bietet VMAX erstaunlich viele Funktionen für Fahrer, die ihren Scooter nicht ausschließlich für die letzten zwei Kilometer vom Bahnhof nutzen.

Eco oder Sport?

Der VX2 Lite bietet unter anderem einen Eco- und einen Sport-Modus.

Eco eignet sich besonders für längere Touren und eine ruhigere Leistungsentfaltung.

Sport lässt den Motor direkter reagieren und nutzt die Leistungsreserven deutlich stärker.

Wir haben im Alltag schnell eine Mischung aus beiden gefunden.

Auf längeren freien Radwegen reicht Eco häufig aus.

Im Stadtverkehr oder an Steigungen macht Sport dagegen mehr Spaß und bietet die kräftigere Beschleunigung.

Gerade mit der großen Batterie muss man dabei nicht bei jedem stärkeren Beschleunigen nervös auf den Akkustand schauen.

130 kg maximale Zuladung

Der VX2 Lite darf mit bis zu 130 kg belastet werden.

Wichtig ist, dass zur Zuladung nicht nur das Körpergewicht gehört.

Kleidung, Rucksack und Gepäck müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

130 kg sind für einen komfortorientierten E-Scooter dennoch ein guter Wert und erweitern den Nutzerkreis deutlich gegenüber Modellen, die bereits bei 100 kg ihr Limit erreichen.

Bei hoher Zuladung verändern sich natürlich Beschleunigung, Steigfähigkeit, Bremsweg und Reichweite.

Die angegebenen Leistungswerte sollten deshalb immer in Verbindung mit dem tatsächlichen Gesamtgewicht betrachtet werden.

IPX6 macht ihn alltagstauglicher

Der Scooter besitzt die Schutzklasse IPX6.

Damit ist er gut gegen kräftiges Spritzwasser geschützt.

Ein überraschender Regenschauer ist deshalb kein Grund zur Panik.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein E-Scooter absichtlich durch tiefes Wasser gefahren oder mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet werden sollte.

Elektrische Steckverbindungen, Lager und mechanische Komponenten profitieren grundsätzlich davon, wenn der Scooter nach einer nassen Fahrt abgetrocknet wird.

Für einen normalen Ganzjahreseinsatz vermittelt IPX6 aber deutlich mehr Sicherheit als bei einem kaum geschützten Modell.

Reinigung und Wartung bleiben überschaubar

Die Trommelbremse reduziert den Wartungsbedarf im Vergleich zu einer offen liegenden Scheibenbremse.

Bei den Tubeless-Reifen sollte der Luftdruck regelmäßig geprüft werden.

Auch Schraubverbindungen und Klappmechanismus verdienen gelegentlich einen Blick.

Nach Fahrten auf Schotter oder nassem Untergrund reicht für das Gehäuse normalerweise ein feuchtes Tuch beziehungsweise ein Schwamm mit mildem Reinigungsmittel.

Auf aggressive Chemikalien oder einen Hochdruckreiniger würden wir verzichten.

Gerade bei einem Scooter, der regelmäßig bewegt wird, sind wenige Minuten Pflege alle paar Wochen sinnvoller als eine große Reparatur nach langer Vernachlässigung.

Das Kennzeichen erleichtert den Start in Deutschland

Die deutsche 20-km/h-Version besitzt die notwendige Straßenzulassung.

VMAX liefert außerdem bereits ein Versicherungskennzeichen mit, das online aktiviert und bezahlt werden kann.

Das ist praktisch, weil nach der Lieferung nicht erst umständlich nach einem passenden Kennzeichen gesucht werden muss.

Vor der ersten Fahrt im öffentlichen Verkehrsraum muss die Versicherung selbstverständlich aktiviert sein.

Danach kann es direkt losgehen.

Kleine Kritikpunkte gibt es trotzdem

Der VX2 Lite hat uns insgesamt sehr gut gefallen, ist aber nicht für jeden Einsatzzweck perfekt.

Der erste Punkt ist das Gewicht.

22,7 beziehungsweise 23,5 kg sind für einen gefederten Scooter mit großem Akku verständlich, aber eben nicht besonders leicht. Wer täglich viele Treppen überwinden muss, sollte diesen Punkt ernst nehmen.

Die Ladezeit der großen Akkuvariante beträgt außerdem ungefähr neun Stunden.

Bei bis zu 90 km theoretischer Reichweite relativiert sich das, trotzdem hätten wir gegen eine optionale Schnelllademöglichkeit nichts einzuwenden.

Auch ein komplett wartungsfreier Scooter ist der VX2 Lite trotz Trommelbremse und Tubeless-Reifen nicht. Reifendruck, Schrauben und Verschleißteile sollten weiterhin regelmäßig kontrolliert werden.

Und selbstverständlich sind die angegebenen 70 beziehungsweise 90 km Maximalreichweite keine Garantie für jede Alltagssituation. Gerade bei höherem Fahrergewicht, kaltem Wetter und vielen Steigungen wird die tatsächliche Reichweite niedriger ausfallen.

All diese Punkte ändern allerdings wenig am sehr ausgewogenen Gesamteindruck.

Der Name „Lite“ führt fast ein wenig in die Irre

Nach unseren Fahrten würden wir den VX2 Lite weniger als abgespeckte Variante und mehr als vernünftig zusammengestellten Allrounder innerhalb der VMAX-Familie beschreiben.

Denn wirklich „leicht“ ist an seiner Ausstattung erstaunlich wenig.

Der Motor leistet regulär 500 Watt und stellt kurzfristig bis zu 1.400 Watt bereit.

Die V-Core-25A-Steuerung sorgt für eine kontrollierte Leistungsentfaltung und ermöglicht Steigungen bis 28 Prozent.

Vorne arbeitet eine Öldruck-Federgabel.

Hinten federt ein Elastomer-System.

Beide Räder rollen auf 10 Zoll großen Tubeless-Luftreifen.

Die deutsche Version besitzt Blinker vorne und hinten, ein ordentliches 60-Lux-Frontlicht, Rück- und Bremslicht sowie die notwendige Straßenzulassung.

Dazu kommen zwei getrennt bedienbare Bremssysteme und eine maximale Zuladung von 130 kg.

Vor allem beim Fahrkomfort spielt diese Kombination ihre Stärken aus.

Ein Scooter, der auf perfektem Asphalt gut fährt, ist keine besondere Herausforderung. Der VX2 Lite fühlt sich auch dann noch souverän an, wenn der Radweg schlechter wird.

Kleine Unebenheiten werden von Reifen und Fahrwerk aufgenommen, stärkere Schläge von der Vollfederung deutlich entschärft.

Dadurch fährt man automatisch entspannter.

Auch die Wahl zwischen 624 und 874 Wh gefällt uns.

Wer hauptsächlich kurze Strecken fährt, muss nicht zwingend für die größtmögliche Batterie bezahlen und zusätzliches Gewicht mitnehmen.

Vielfahrer können sich dagegen für die große Variante entscheiden und erhalten bis zu 90 km theoretische Reichweite.

Gerade diese Version macht aus dem VX2 Lite einen echten Touren-Scooter.

Das 456 × 188 mm große Trittbrett passt dazu. Es bietet genügend Platz für längere Fahrten, während der 555 mm breite Lenker viel Kontrolle vermittelt.

Auch die App-Unterstützung ist mehr als ein nettes Extra.

Routenplanung, persönliche Reichweitenberechnung, GPX-Import und Tourenhistorie passen sehr gut zu einem Scooter, der aufgrund seiner Akkukapazität eben nicht nur für die berühmte letzte Meile gedacht ist.

Der stärkste Eindruck bleibt für uns trotzdem das Fahrwerk.

VMAX hätte den VX2 Lite mit 10-Zoll-Luftreifen ausstatten und es dabei belassen können. Stattdessen gibt es vorne eine Öldrucklösung und hinten zusätzliche Elastomer-Dämpfung.

Diese Entscheidung merkt man auf praktisch jeder schlechteren Straße.

Genau solche Eigenschaften sind uns bei einem E-Scooter wichtiger als spektakuläre Extras, die nach dem ersten Wochenende kaum noch verwendet werden.

Ein guter Alltags-Scooter sollte morgens funktionieren, auch nach 20 Kilometern noch bequem sein, sicher bremsen, bei Dunkelheit ordentlich sichtbar sein und genügend Akku besitzen, damit nicht jede Fahrt um die verbleibenden Prozent geplant werden muss.

Der VMAX VX2 Lite erfüllt diese Anforderungen ausgesprochen überzeugend.

Er ist nicht ultraleicht, nicht winzig und auch nicht darauf ausgelegt, möglichst billig zu wirken.

Stattdessen bekommt man einen robusten, kräftigen und komfortablen E-Scooter mit sinnvoller Ausstattung, sehr guter Reichweitenoption und einer Fahrwerksabstimmung, die im Alltag tatsächlich einen Unterschied macht.

Gerade deshalb passt der VX2 Lite hervorragend zu Pendlern und Vielfahrern, die ein zuverlässiges Fahrzeug für Stadt, Radwege und längere Freizeitstrecken suchen.

TopTechNews_Gold

Review: VMAX VX2 Lite im Test: 1.400 Watt Peak, Vollfederung & bis zu 90 km Reichweite zum fairen Preis
9.5
Qualität
9
Steuerung
9
Design
8.5
Preis Leistung
9
Ausstattung
Gesamtwertung 9 / 10
Unser Fazit
Nach unserem Test würden wir die Bezeichnung „Lite“ deshalb nicht als Hinweis auf eine stark reduzierte Ausstattung verstehen. Sie beschreibt eher seine Position innerhalb des inzwischen sehr leistungsstarken VMAX-Portfolios.

Für sich betrachtet ist der VX2 Lite nämlich alles andere als spartanisch – und genau das macht ihn zu einem der interessantesten Allrounder seiner Klasse.
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Charbel
Charbelhttps://www.toptechnews.de
Zugegeben, ich könnte wie die meisten anfangen und erzählen, dass ich schon seit über 35 Jahre ein leidenschaftlicher Zocker bin und schon mitte der 80er mit dem Commodore 64 angefangen habe zu spielen, später dann mit PC, Atari und Nintendo groß geworden bin, was dann mit dem Erscheinen der PlayStation und Xbox auch fortgesetzt wurde. Wichtig zu wissen ist aber, dass mein frühe Befassung mit diesem Bereich mich zu dem gemacht hat was ich heute bin. Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können und habe bei ProMarkt, Media Markt, Saturn und später noch bei Conrad Electronic gearbeitet. Durch meine Wirken in diesen Bereich und Weiterbildungen in verschiedenen Bereichen wie Gaming, Multimedia und Technik in verschiedenen Bereichen wie z.b. Haushalt, Hifi, Kabel & Sound, Car Technik, PC & Konsolen, Musik & Filme, Spielwaren, Hardware & Software sowie Games und Smartphones habe ich entsprechend viel Erfahrung sammeln können um sie hier mit euch zu teilen. Sein Hobby zum Beruf zu machen reicht meiner Meinung nach nicht aus, sondern gibt uns nur ein Fundament, eine Basis anderen zu helfen, die nur durch Arbeit, lange Erfahrung und Weiterbildung ausgebaut wird.

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