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Sonntag, Oktober 2, 2022

Review – Evil Genius 2 – Erfolgreich zur Weltherrschaft?

Als im Jahr 2004 der erste Teil von Evil Genius auf dem Markt kam, war ich extrem begeistert. Unzählige Stunden habe ich in meiner Jugend mit dem Ausbau meiner Basis auf einer Insel verbracht, um von dort meine Schergen auszusenden, um Gelder zu beschaffen, Informationen zu stehlen und Sabotagen bei den guten Mächten der Welt durchzuführen. Jetzt war es dann auch für den Nachfolger so weit und Evil Genius 2 fand seinen Weg auf den Markt. Vorab bleibt zu sagen: Das Prinzip bleibt gleich und ist doch so anders!

Bereits beim Start findet man die erste Änderung und spürt, dass Rebellion hier auf einen hohen Wiederspielwert setzt. Denn statt einer festgelegten Insel gibt es nun verschiedene zur Auswahl. Jede dieser Inseln bietet andere Startvoraussetzungen, um von diesem Moment an ganz den eigenen Vorstellungen der eigenen Schurkenbasis angepasst zu werden. Doch eine Schurkenorganisation braucht auch einen Anführer – und hier stehen nun vier statt drei zur Auswahl.

Jeder Schurke hat dabei eigene Fähigkeiten und Storysequenzen, welche in der Inszenierung den Charme von 2004 einfangen. Zu spüren bekommt man das in Form des Humors und des klassischen Helden-Schurken-Genres. Kenner des ersten Teils werden sich bereits an Maximilian erinnern. Durch seine Erfahrung im Schurkentum bietet sich ihm zum Start eine größere Belegschaft. Als zweiter in der Reihe der möglichen Anführer reiht sich der Rote Iwan. Auch ihn dürften Kenner der Reihe bereits aus der Vergangenheit kennen. War er früher nur als einfacher Handlanger des Superschurken bekannt, hat er seine gewonnenen Gelder genutzt, um sich ein eigens Imperium aufzubauen. Sein Vorteil ist, dass er sich mit Kämpfen auskennt, was dazu führt, dass seine Kampfschergen günstiger sind. Wer ein Fan der Wissenschaft ist, der setzt auf die geniale und gleichermaßen verrückte Zalika. Bei der Auswahl ihrer Forscher ist sie kritisch, was dazu führt, dass die Forschung besonders schnell durchgeführt wird. Die Letzte, welche sich in diese Reihe einbringt, ist die Ex-Spionin Emma. Durch ihre Erfahrung im Bereich der Täuschung ist dieser besonders effektiv ausgefüllt.

Das Setting, welches Evil Genius 2 bedient, kennt man bereits aus dem Vorgänger oder auch aus Spielen wie zum Beispiel Dungeon Keeper. Der Vorteil, den Evil Genius 2 hier im Vergleich mitbringt ist definitiv seine Grafik. Diese ist, im Vergleich zu anderen Genrevertretern, wundervoll gestaltet. Die hohe Qualität hier kommt einem Dungeonbuilding Fan wie mir wie gerufen.

Doch bevor wir eine wundervolle und große Basis unser Eigen nennen können, müssen wir klein anfangen. Besonders reizvoll ist für mich, dass es hier viele Ideen gibt und keine Basis letztendlich aussieht, wie zuvor. Damit unser kleines Geheimversteck im Inneren des Berges nicht sofort auffällt, führen wir eine Tarnfirma, in welcher ein Luxus-Casino aufgebaut wird. Im ersten Teil von Evil Genius haben wir stattdessen ein Hotel mit Tanz- und Casinobereich aufgebaut. Hier bekommen wir den Bereich festgelegt, können aber die Basis genau wie zum Beispiel Trainingsräume für die Gefolgsleute ausbauen und erweitern. Das bietet eine noch bessere Möglichkeit, die Tarnfirma auszubauen. Um all dies unterzubringen steht uns, wie auch im ersten Teil, eine Ebene zur Verfügung. Doch hier setzt dann das Spiel seine Stärke gekonnt erst im späteren Verlauf ein – denn durch Forschung können wir weitere Stockwerke erschließen und die Basis noch größer bauen. Und die Einrichtung ist dabei vollkommen uns überlassen – Flure, Räume und Einrichtungen wollen alle selbst gesetzt werden. Es gibt zwar auch ein paar kosmetische Objekte, jedoch kann ich nur hoffen und bitten, dass diese noch erweitert werden und der Ausbau noch detaillierter möglich wird.

Im ersten Teil haben wir noch unsere Handlanger auf der Weltkarte verteilt und sie kamen mit Geldern, Diebesgut oder Informationen zurück. Jetzt im Nachfolger ist es so, dass wir erst einmal Gebiete erkunden. Nur dadurch lassen sich Pläne schmieden, um Geld zu verdienen oder Maßnahmen durchzuführen. Doch alle Aktionen generieren Argwohn und führen dazu, dass uns die guten Mächte der Welt finden und unsere Aktionen gesperrt werden für eine gewisse Zeit. Und einmal ausgesandte Handlanger kehren nicht zurück – sie könnten ja die guten Organisationen zu uns führen. Stattdessen gehört ihnen ein kleiner Teil des Geldes und sie ziehen ihrer Wege. Das bietet eine weitere taktische Ebene!

Doch diese Aufmerksamkeit wiederum ist auch notwendig. Denn nicht nur Touristen finden ihren Weg auf unsere Insel, sondern auch Ermittler, Soldaten und andere Personen der rechtschaffenden Mächte. Anhand unserer Handlanger beschäftigen wir diese ungewollten Besucher dann entweder im Casino, nehmen sie gefangen oder schalten sie eben aus. Damit dies besonders Effektiv ist, brauchen wir natürlich ausgebildete Wachen. Dies zieht sich durch alle Bereiche der Handlanger – nur gut ausgebildete Truppen bieten die beste Effizienz. Durch das Befragen von Gefangenen können wir darüber hinaus auch weitere Informationen und Gelegenheiten auf der Weltkarte freischalten. Somit gewinnt das Befragen einen ganz besonderen Stellenwert.

Darüber hinaus bietet die Story weitere Missionen auf der Weltkarte, welche erst mit dem Verlauf freigeschaltet werden. So bestechen wir Politiker oder finden zum Beispiel Wachmänner um uns ihr Wissen anzueignen. Auch spätere Gehilfen, also wie im Vorgänger die speziellen Handlanger, wollen so gefunden und vielleicht irgendwann rekrutiert werden. Hierbei gibt es auch wieder alte Bekannte, aber auch neue Gesichter.

Insgesamt bietet Evil Genius 2 ein ganz besonders Spielerlebnis. Die einzelnen Punkte wie zum Beispiel der Basenbau sind sinnvoll integriert und im Vergleich zum Vorgänger auch an manchen Stellen weitergedacht. Das Mircomanagement hält sich wie im Vorgänger von 2004 in gewissen Grenzen – die Handlanger gehen selbstständig den verteilten Aufgaben nach und suchen sich auch eine Kaserne zum Ausruhen, wenn notwendig. Und hier muss man lediglich für genügend Platz sorgen. Bei mir gab es durchaus extrem lange Warteschlagen in der Kantine, was schnell dazu führte, dass nichts mehr repariert wurde, weil die Handlanger nur rumstanden vor lauter Hunger.

Doch das mildert nicht den Gesamteindruck. Mit Sicherheit spricht auch eine gewisse Nostalgie in meinen Worten – schließlich hat der erste Teil mich lange und viel gefesselt. Und macht es noch heute. Doch mit Evil Genius 2 habe ich definitiv etwas erhalten, was die Spielstunden hier nicht nur ablöst, sondern auch noch in weitere Höhen treiben wird. Ich bin sehr gespannt, wie Rebellion die Zukunft gestaltet und welche Möglichkeiten und Gegenstände folgen.

Review – Evil Genius 2 – Erfolgreich zur Weltherrschaft?
8
Grafik
8
Sound
7.5
Steuerung
8.5
Spiele Spaß
8.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 8.1 / 10
Unser Fazit
Endlich wieder Evil Genius! Bereits bei der Ankündigung habe ich schwitzige Finger bekommen und ein nervös Zucken vor Vorfreude! Und Rebellion liefert hier genau das, was ich als Fan mir erhofft habe. Es gibt genügend Nostalgie, um mich abzuholen, aber ausreichend Neuerungen, um den Titel voranzubringen. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich der Titel entwickelt und was eventuell für die Zukunft geplant ist.

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Aktualisiert am 17. Mai 2022 20:52
Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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