Bei modernen Saugrobotern geht es längst nicht mehr nur darum, ein paar Krümel vom Boden einzusammeln. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, einen Haushalt möglichst vollständig zu reinigen, ohne dass man dem Roboter ständig helfen muss. Teppiche, herumliegende Kabel, Türschwellen, Stuhlbeine, Haare, eingetrocknete Flecken, niedrige Möbel und schwer erreichbare Kanten gehören schließlich zum normalen Alltag. Genau an diesen Punkten entscheidet sich, ob ein Premium-Saugroboter wirklich Arbeit abnimmt oder lediglich einen Teil davon automatisiert.
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete gehört zu den technisch ambitioniertesten Modellen, die wir bisher im Einsatz hatten. Schon die Eckdaten machen deutlich, wohin die Reise geht: 42.000 Pa Vormax-Saugkraft, AI OmniSight 3.0 mit zwei KI-Kameras, mehr als 320 erkennbare Objekttypen, eine bis zu 12 cm ausfahrbare Seitenbürste, ein bis zu 18 cm ausschwenkender Wischmopp, zwei rotierende Omni-Scrub-Wischmopps mit bis zu 280 U/min und das ProLeap-System, mit dem selbst außergewöhnlich hohe Schwellen überwunden werden können.
Dazu kommt eine Besonderheit, die im Alltag beinahe wichtiger ist als eine immer höhere Saugleistung: Der VersaLift-Sensor kann abgesenkt werden. Dadurch schrumpft die Höhe des Roboters auf nur 89 mm. Niedrige Sofas, Betten oder Schränke, unter denen klassische Modelle mit feststehendem Laserturm nicht hindurchpassen, werden plötzlich erreichbar.
Nach der Reinigung übernimmt das PowerDock einen Großteil der Arbeit. Staub wird automatisch abgesaugt, Frischwasser nachgefüllt, Reinigungsmittel dosiert und die Wischmopps mit bis zu 100 °C heißem Wasser gereinigt. Anschließend trocknet die Station sie mit 45 °C warmer Luft. Auch das Waschbrett reinigt sich selbst.
Die Complete-Version setzt zusätzlich beim Lieferumfang einen drauf. Neben bereits montierten Komponenten sind weitere Haupt- und Seitenbürsten, Filter, Staubbeutel, Wischpads und ein Liter Bodenreinigungslösung enthalten. Wer den Roboter intensiv nutzen möchte, ist damit für längere Zeit gut ausgestattet.

Flacher als erwartet: VersaLift verändert die Reichweite im Haushalt
Auf den ersten Blick sieht der X60 Pro Ultra Complete wie ein typischer runder Premium-Saugroboter aus. Beim genaueren Hinsehen fällt jedoch auf, dass der sonst charakteristische hohe Laserturm nicht permanent über dem Gehäuse stehen muss.
Der Dreame misst 350 × 350 mm und ist mit abgesenktem VersaLift-Sensor nur 89 mm hoch. Wird der Sensor für die Navigation angehoben, beträgt die Höhe ungefähr 111 mm.
Diese Differenz klingt auf dem Datenblatt zunächst überschaubar, macht im Alltag aber einen erheblichen Unterschied.
Unter einem niedrigen Sofa hatten wir mit anderen Robotern häufig das klassische Problem: Die Front würde problemlos hineinpassen, doch der Laserturm auf der Oberseite stößt an den Möbelboden. Der X60 senkt seinen Sensor ab und fährt dadurch wesentlich weiter unter solche Möbel.
Gerade diese Bereiche profitieren enorm von einem Saugroboter. Unter Sofa, Bett und Sideboard sammelt sich schließlich besonders viel Staub, weil man dort mit einem klassischen Staubsauger ebenfalls nur umständlich hinkommt.
Interessant ist, dass die Navigation trotz abgesenktem Sensor nicht einfach blind weiterläuft. Das System kombiniert unterschiedliche Sensoren und Kameras, um auch in niedrigen Bereichen orientiert zu bleiben.
Der Roboter selbst wiegt 4,6 kg. Das ist für diese Geräteklasse völlig in Ordnung und sorgt zusammen mit der soliden Verarbeitung für einen stabilen Eindruck.
Technische Daten und Maße
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete gehört klar zur Premiumklasse und bringt entsprechend umfangreiche technische Daten mit.
Die wichtigsten Daten im Überblick:
- Modell: Dreame X60 Pro Ultra Complete
- Bauart: Saug- und Wischroboter mit vollautomatischer Basisstation
- Abmessungen Roboter: 350 × 350 × 89 mm bei abgesenktem VersaLift-Sensor
- Höhe mit angehobenem VersaLift-Sensor: ca. 111 mm
- Gewicht Roboter: 4,6 kg
- Abmessungen Basisstation: 456 × 390 × 499 mm
- Gewicht Basisstation: ca. 10,8 kg
- Maximale Saugleistung: 42.000 Pa
- Hauptbürste: HyperStream Detangling DuoBrush 2.0
- Hauptbürste anhebbar: ja
- Seitenbürste: anhebbar und ausfahrbar
- Maximale Ausfahrt der Seitenbürste: bis zu 12 cm
- Wischsystem: zwei rotierende Omni-Scrub-Wischmopps
- Rotationsgeschwindigkeit der Mopps: bis zu 280 U/min
- MopExtend RoboSwing: vorhanden
- Maximale Ausfahrbewegung des Mopps: bis zu 18 cm
- Moppanhebung: 10,5 mm
- Automatische Moppablage: vorhanden
- Navigation: VersaLift DToF und AI OmniSight 3.0
- Hinderniserkennung: zwei KI-Kameras, seitliches strukturiertes 3D-Licht und LED
- Erkennbare Objekttypen: mehr als 320
- Reaktionszeit auf Hindernisse: bis zu 0,1 Sekunden
- Maximale Hindernishöhe: bis 5,2 cm bei einer einzelnen Stufe
- Maximale Hindernishöhe bei Doppelstufe: bis zu 10 cm
- Akkukapazität: 5.000 mAh
- Schnellladung: 11 A
- Maximale Laufzeit beim Saugen: bis zu 242 Minuten
- Maximale Laufzeit Saugen und Wischen: bis zu 135 Minuten
- Ladezeit: ca. 1,5 Stunden
- PowerMaster-Schnellladung: 5,5 Minuten können unter passenden Bedingungen rund 24 Prozent Nennleistung nachladen
- Maximale Flächenabdeckung: unter geeigneten Bedingungen bis zu 1.000 m²
- Staubbehälter im Roboter: 250 ml
- Frischwasserbehälter im Roboter: 80 ml
- Staubbeutel in der Station: 3,2 Liter
- Frischwassertank der Station: 4,2 Liter
- Schmutzwassertank der Station: 3,0 Liter
- Moppwäsche: bis zu 100 °C heißes Wasser
- Mopptrocknung: 45 °C Heißluft
- Reinigungsmitteldosierung: automatisch
- Geräuschpegel: maximal etwa 68 dB(A)
- Teppicherkennung: vorhanden
- Schmutz- und Fleckenerkennung: vorhanden
- LED-Hilfslicht: vorhanden
- App-Steuerung: Dreamehome
- Sprachsteuerung: Dreame-Sprachsteuerung sowie Siri, Alexa und Google Assistant
Gerade die Kombination aus sehr hoher Saugleistung, extrem flacher Bauform und weitgehend automatisierter Station hebt den X60 von vielen älteren Premium-Modellen ab.

42.000 Pa: Saugleistung mit reichlich Reserve
Mit maximal 42.000 Pa Vormax-Saugkraft gehört der X60 Pro Ultra Complete zu den besonders leistungsstarken Saugrobotern.
Natürlich fährt ein Roboter nicht permanent mit maximaler Leistung durch die Wohnung. Das wäre weder für Lautstärke noch Akkulaufzeit sinnvoll. Entscheidend ist vielmehr, dass genügend Reserve vorhanden ist, wenn sie gebraucht wird.
Auf Hartböden reicht häufig bereits eine niedrigere Leistungsstufe, um Staub, Haare, Krümel und normalen Alltagsschmutz aufzunehmen. Erkennt der Roboter Teppich oder stärkere Verschmutzungen, kann die Leistung entsprechend erhöht werden.
Besonders bei Teppichen macht sich die zusätzliche Reserve bemerkbar. Loser Staub und Haare liegen dort nicht nur auf der Oberfläche, sondern werden zwischen den Fasern festgehalten. Eine kräftige Absaugung in Kombination mit der Doppelbürste sorgt dafür, dass wesentlich mehr davon herausgeholt wird.
Auch gröbere Krümel stellten im Alltag kein Problem dar. Reis, Katzenstreu, Brotkrümel und ähnliche typische Verschmutzungen werden zuverlässig aufgenommen.
Dabei gefällt uns, dass die hohe Saugleistung nicht isoliert betrachtet werden muss. Erst das Zusammenspiel mit Bürstenführung, Teppicherkennung und Navigation sorgt dafür, dass die Leistung dort ankommt, wo sie tatsächlich benötigt wird.
HyperStream Detangling DuoBrush 2.0 gegen Haare
Haare sind einer der größten Feinde klassischer Roboterbürsten. Besonders lange Haare wickeln sich um die Walze und bilden irgendwann so dichte Ringe, dass sie mit einer Schere entfernt werden müssen.
Dreame verwendet beim X60 Pro Ultra Complete die HyperStream Detangling DuoBrush 2.0. Das System besteht aus zwei unterschiedlichen Walzenelementen und soll Haare so führen, dass sie besser in Richtung Ansaugkanal transportiert werden.
Gerade in Haushalten mit langen Haaren oder Haustieren ist das ein wichtiger Punkt.
In unserem Alltag fiel positiv auf, wie wenig man sich mit der Hauptbürste beschäftigen muss. Natürlich lohnt es sich weiterhin, die Unterseite regelmäßig zu kontrollieren. Kein mechanisches System sollte über Monate vollkommen unbeachtet bleiben. Im Vergleich zu klassischen Borstenwalzen reduziert sich die typische Haarwicklung aber deutlich.
Auch die Hauptbürste kann angehoben werden. Das erlaubt dem Roboter, seine Kontaktpunkte je nach Reinigungssituation anzupassen.
Seitenbürste fährt bis zu 12 cm aus
Eine runde Roboterform hat einen grundsätzlichen Nachteil: In einer rechtwinkligen Ecke kann das Gehäuse niemals vollständig bis in den letzten Winkel fahren.
Deshalb verwendet der X60 Pro Ultra Complete eine ausfahrbare Seitenbürste.
Der Arm kann die Bürste bis zu 12 cm weiter nach außen bewegen. Dadurch erreicht sie Bereiche, an denen der Roboterkörper selbst vorbeifährt.
Besonders an Fußleisten, Möbelkanten und in Ecken macht sich das positiv bemerkbar. Die Bürste wischt dort Staub und Krümel in Richtung Hauptsaugöffnung.
Interessant wird die Funktion auch unter bestimmten Möbeln. Der Roboter muss nicht zwingend mit seinem gesamten Gehäuse direkt in eine enge Lücke passen, wenn die Seitenbürste hineinreichen kann.
Die Bürste lässt sich außerdem anheben. Dadurch kann sie abhängig von Untergrund und Reinigungsmodus aus dem Weg genommen werden.
Bis zu 18 cm ausfahrbarer Wischmopp
Beim Wischen geht Dreame noch einen Schritt weiter.
Einer der beiden rotierenden Wischmopps sitzt auf einem beweglichen MopExtend-RoboSwing-Arm. Dieser kann eine Ausfahrbewegung von bis zu 18 cm durchführen.
Das Ziel ist ähnlich wie bei der Seitenbürste: Bereiche zu erreichen, die aufgrund der runden Gehäuseform normalerweise ausgelassen würden.
Besonders entlang von Fußleisten sieht man den Vorteil. Ein herkömmlicher Roboter fährt mit einigen Zentimetern Abstand zur Wand, sodass der Mopp nicht vollständig bis zur Kante gelangt. Der X60 streckt den entsprechenden Wischmopp nach außen und folgt der Wand deutlich enger.
RoboSwing hilft zusätzlich an Möbelbeinen und in ungewöhnlichen Geometrien. Durch eine leichte Schwenkbewegung kann der Mopp gezielt unter Kanten beziehungsweise in Nischen geführt werden.
Damit reduziert sich der typische schmale ungeputzte Streifen entlang der Fußleiste erheblich.
280 U/min und Thermal Deep Mop System
Die beiden Wischmopps liegen nicht einfach passiv auf dem Boden. Sie rotieren mit bis zu 280 Umdrehungen pro Minute.
Dadurch entsteht eine mechanische Bewegung, die eingetrockneten Schmutz besser löst als ein einfach hinterhergezogenes Wischtuch.
Kaffeeflecken, leichte Küchenrückstände oder getrocknete Wasserspuren lassen sich dadurch wesentlich effektiver bearbeiten.
Die Schmutzerkennung spielt hier ebenfalls eine Rolle. Erkennt AI OmniSight einen Fleck beziehungsweise eine auffällige Verschmutzung, kann die Reinigungsstrategie automatisch angepasst werden.
Im Alltag gefällt uns besonders, dass nicht jede Fläche mit derselben Intensität behandelt werden muss. Ein nahezu sauberer Flur benötigt eine andere Reinigung als ein Bereich vor der Küchenzeile.
Der X60 versucht genau diese Unterschiede automatisiert zu berücksichtigen.
Teppiche und automatische Moppablage
Teppiche gehören für Saug-Wischroboter traditionell zu den schwierigsten Bereichen.
Der X60 erkennt Teppiche und kann die Wischmopps um 10,5 mm anheben. Bei niedrigeren Teppichen reicht das, um einen direkten Kontakt weitgehend zu vermeiden.

Noch interessanter ist die automatische Moppablage.
Je nach Einstellung kann der Roboter die Wischmopps in der Station vollständig zurücklassen, wenn eine reine Saugrunde auf Teppichen vorgesehen ist. Dadurch fährt er ohne feuchte Mopps über den Teppich.
Das gefällt uns besonders gut, weil ein angehobener Mopp bei sehr hochflorigen Teppichen theoretisch trotzdem Kontakt haben könnte. Ohne Mopps besteht dieses Risiko überhaupt nicht.
In Haushalten mit einem Mix aus Hartboden und Teppich kann deshalb sehr individuell festgelegt werden, wie der Roboter mit den verschiedenen Flächen umgehen soll.
ProLeap: Schwellen verlieren ihren Schrecken
Eines der spektakulärsten Merkmale ist das ProLeap-System.
Normale Saugroboter scheitern häufig bereits an Türschwellen um zwei Zentimeter. Der X60 kann sein Fahrwerk dagegen aktiv einsetzen, um sich über deutlich höhere Hindernisse zu bewegen.
Bei einer einzelnen Stufe sind bis zu 5,2 cm möglich. Bei einer geeigneten zweiteiligen beziehungsweise abgestuften Schwellenstruktur können insgesamt bis zu 10 cm überwunden werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass der Roboter senkrecht auf eine zehn Zentimeter hohe Kante springt. Die 10 cm beziehen sich auf eine Doppelstufe, bei der das System nacheinander zwei Höhen überwinden kann.
Trotzdem ist die Fähigkeit beeindruckend.
Gerade ältere Wohnungen und Häuser besitzen häufig Übergänge zwischen Räumen, an denen einfache Roboter hängen bleiben. Ein automatisches Reinigungssystem bringt wenig, wenn es vor jedem zweiten Raum manuell umgesetzt werden muss.
ProLeap macht den X60 für genau solche Grundrisse deutlich interessanter.
AI OmniSight 3.0 sieht erstaunlich viel
Bei der Hindernisvermeidung arbeitet Dreame mit zwei KI-Kameras, strukturiertem 3D-Licht und einer LED-Beleuchtung.
AI OmniSight 3.0 kann mehr als 320 unterschiedliche Objekttypen erkennen und innerhalb von rund 0,1 Sekunden reagieren.
Das ist im Alltag besonders bei kleinen Hindernissen wichtig.
Schuhe, Ladekabel, Spielzeug, Socken, Waagen, Näpfe und andere typische Gegenstände befinden sich nun einmal gelegentlich auf dem Boden. Ein guter Roboter sollte nicht jedes Mal dagegenfahren oder sich darin verfangen.
Der X60 geht sehr kontrolliert mit solchen Situationen um. Statt unmittelbar bis an ein Hindernis heranzufahren und erst durch mechanischen Kontakt umzudrehen, erkennt er viele Objekte bereits vorher und plant seine Bahn entsprechend.
Das LED-Hilfslicht verbessert die Wahrnehmung in dunklen Bereichen. Unter Betten oder Schränken steht schließlich kaum Umgebungslicht zur Verfügung.
Gerade in Kombination mit VersaLift ist diese Funktion wichtig, weil der Roboter ausgerechnet dort besonders weit hineinreicht, wo es häufig dunkel ist.
Flecken werden ebenfalls erkannt
Die Kameratechnik dient nicht ausschließlich der Hindernisvermeidung.
AI OmniSight 3.0 kann auch bestimmte Flecken beziehungsweise Verschmutzungen erkennen. Entsprechend kann der Roboter die Reinigungsstrategie verändern und intensiver saugen oder wischen.
Das wirkt im Alltag wesentlich intelligenter als ein fest programmiertes Raster, bei dem jeder Quadratmeter exakt gleich behandelt wird.
Gerade in Küche und Essbereich gibt es regelmäßig einzelne problematische Stellen, während der übrige Raum beinahe sauber ist. Ein intelligenter Roboter sollte seine Energie auf genau diese Bereiche konzentrieren.
PowerDock: Hier beginnt der eigentliche Komfort
So beeindruckend ein Roboter technisch sein kann – spätestens nach jeder Reinigung muss irgendwo der aufgenommene Schmutz hin.
Genau deshalb ist die Basisstation für uns ein entscheidender Bestandteil des Gesamtpakets.
Das PowerDock misst etwa 456 × 390 × 499 mm und wiegt rund 10,8 kg. Es benötigt damit einen festen Platz, wirkt für seine umfangreiche Ausstattung aber erstaunlich kompakt.
Im Inneren befinden sich ein 4,2-Liter-Frischwassertank, ein 3,0-Liter-Schmutzwassertank und ein 3,2-Liter-Staubbeutel.
Nach der Reinigung fährt der Roboter zurück und entleert seinen Staubbehälter automatisch. Dadurch muss der kleine 250-ml-Behälter im Roboter nicht nach jedem Einsatz von Hand geleert werden.
Gleichzeitig wird Wasser für die Moppwäsche bereitgestellt und Schmutzwasser separat gesammelt.
100 °C heiße Moppwäsche
Bei Wischrobotern ist eine saubere Moppwäsche besonders wichtig.
Ein schmutziger Wischmopp sollte nicht immer wieder mit lauwarmem Wasser gespült und anschließend durch die gesamte Wohnung geschickt werden.
Der X60 Pro Ultra Complete reinigt seine Wischmopps deshalb mit bis zu 100 °C heißem Wasser.
Die hohe Temperatur hilft, Fett, klebrige Rückstände und andere Verschmutzungen besser aus dem Moppmaterial zu lösen.
Im Alltag macht sich das besonders nach der Küchenreinigung bemerkbar. Die Mopps wirken nach dem Waschvorgang deutlich sauberer und weniger belastet.
Je nach eingestellter Strategie kann der Roboter während einer größeren Reinigung zwischendurch zur Station zurückfahren, seine Mopps auswaschen und anschließend weitermachen.
Dadurch wird weniger Schmutz aus einem stark belasteten Raum in andere Bereiche verteilt.
45 °C Heißluft gegen feuchte Mopps
Nach der letzten Reinigung beginnt die Station mit der Trocknung.
Die Mopps werden mit 45 °C warmer Luft getrocknet. Das reduziert die Zeit, in der sie feucht in der Station liegen.
Genau dieser Punkt wird bei Wischrobotern häufig unterschätzt. Bleibt ein nasser Mopp lange feucht, können unangenehme Gerüche entstehen. Eine aktive Trocknung ist deshalb deutlich hygienischer als reines Lufttrocknen.

Natürlich sollten die Mopps trotzdem gelegentlich kontrolliert und bei Bedarf gründlich gereinigt oder ersetzt werden. Die Heißlufttrocknung reduziert den täglichen Aufwand aber erheblich.
AceClean DryBoard reinigt das Waschbrett
Nicht nur die Wischpads müssen sauber bleiben.
Bei älteren Stationen sammelt sich im Waschbereich schnell eine Mischung aus Staub, Haaren und Schmutzwasser. Dann hat man zwar einen selbstreinigenden Roboter, muss aber regelmäßig die Station schrubben.
Dreame setzt beim X60 auf das AceClean DryBoard mit Selbstreinigung.
Dadurch werden Rückstände im Waschbereich besser abgeführt. Eine gelegentliche manuelle Kontrolle bleibt sinnvoll, doch der Wartungsaufwand fällt deutlich geringer aus als bei einfachen Waschstationen.
Automatische Reinigungsmitteldosierung
Das PowerDock besitzt ein Reinigungsmittel-Abgabemodul und mischt die passende Menge automatisch zum Wasser.
Damit entfällt das manuelle Abmessen bei jeder Tankfüllung.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Alltag aber ausgesprochen angenehm. Zu viel Reinigungsmittel kann Streifen oder klebrige Rückstände erzeugen, zu wenig bringt kaum zusätzlichen Nutzen.
Die automatische Dosierung nimmt einem diesen Arbeitsschritt ab und sorgt für eine gleichmäßigere Mischung.
Bis zu 242 Minuten Laufzeit
Der integrierte Akku bietet 5.000 mAh.
Beim reinen Saugen sind unter passenden Bedingungen bis zu 242 Minuten möglich. Beim kombinierten Saugen und Wischen liegt die maximale Laufzeit bei etwa 135 Minuten.
Das reicht bereits für sehr große Wohnungen und Häuser.
Noch interessanter ist die PowerMaster-Technologie. Das Schnellladesystem arbeitet mit bis zu 11 A. Unter geeigneten Bedingungen können bereits 5,5 Minuten Laden rund 24 Prozent der Nennleistung wiederherstellen.
Dreame gibt unter definierten Testbedingungen eine mögliche Abdeckung von bis zu 1.000 m² mit einer Ladung beziehungsweise dem entsprechenden PowerMaster-Konzept an.
Für einen normalen Privathaushalt sind solche Flächen natürlich extrem. Der eigentliche Vorteil liegt darin, dass selbst bei sehr großen Grundrissen nicht stundenlang auf eine vollständige Zwischenladung gewartet werden muss.
Zusätzlich lässt sich ein Ladelimit von 80 Prozent verwenden, um den Akku bei Bedarf langfristig zu schonen.
Dreamehome-App mit sehr vielen Möglichkeiten
Die Dreamehome-App gehört inzwischen zu den umfangreicheren Saugroboter-Apps.
Nach der ersten Kartierung werden Räume erkannt und können umbenannt, zusammengeführt oder getrennt werden. Für einzelne Zimmer lassen sich Reinigungsreihenfolge, Saugstufe, Wassermenge und andere Parameter definieren.
Auch Sperrzonen und virtuelle Grenzen können eingezeichnet werden.
Besonders gut gefällt uns, dass der X60 nicht nur als gesamtes Gerät programmiert werden muss. Die Reinigung lässt sich sehr detailliert an einzelne Räume anpassen.
Das Schlafzimmer kann beispielsweise leiser und mit weniger Wasser gereinigt werden, während Küche und Essbereich intensiver gewischt werden.
Auch Teppichstrategien, Moppwäsche, automatische Fleckenerkennung und Dock-Einstellungen lassen sich anpassen.
Wer möglichst wenig konfigurieren möchte, kann viele Entscheidungen der Automatik überlassen. Technikfans können sich dagegen erstaunlich tief in die Einstellungen einarbeiten.
Sprachsteuerung ohne ständig das Smartphone zu öffnen
Der X60 unterstützt sowohl die eigene Sprachsteuerung als auch Siri, Amazon Alexa und Google Assistant.
Damit kann eine Reinigung gestartet oder in bestimmte Räume geschickt werden, ohne jedes Mal die App zu öffnen.
Gerade für spontane Verschmutzungen ist das angenehm. Nach dem Frühstück reicht ein kurzer Sprachbefehl und Küche beziehungsweise Essbereich können gereinigt werden.
Die App bleibt für komplexere Einstellungen selbstverständlich weiterhin sinnvoll, aber für alltägliche Befehle ist Sprache deutlich schneller.
Die Complete-Version bietet ein großes Zubehörpaket
Die Bezeichnung „Complete“ ist beim X60 tatsächlich relevant.
Neben Roboter und Station befinden sich bereits die vormontierte Hauptbürste, Bürstenschutz, Seitenbürste, Staubbehälter samt Filter, zwei Wischpad-Halterungen, zwei Thermo-Wischpads, zwei Staubbeutel, Reinigungsmittel-Abgabemodul, Waschbrettfilter und eine Erweiterungsplatte für die Stationsrampe im Paket.
Dazu kommt ein separates Zubehörset mit:
- einer zusätzlichen Hauptbürste
- einer zusätzlichen Seitenbürste
- zwei zusätzlichen Staubbehälterfiltern
- zwei zusätzlichen Staubbeuteln
- drei zusätzlichen Wischpads
- einem Liter Dreame-Bodenreinigungslösung AWH6
Gerade bei einem Premiumgerät finden wir das sehr gelungen.
Verschleißteile müssen dadurch nicht unmittelbar nachgekauft werden, und man hat Ersatz im Haus, wenn beispielsweise ein Filter gerade trocknet oder ein Wischpad in die Wäsche soll.
Reinigung im Alltag
Der größte Pluspunkt des X60 zeigt sich nicht in einer einzelnen spektakulären Funktion, sondern im täglichen Zusammenspiel.
Nach der Einrichtung kann der Roboter regelmäßig seine Runden drehen, ohne dass man vorher jedes Zimmer perfekt vorbereiten muss.
Kleine Hindernisse werden erkannt, niedrige Möbel können dank VersaLift erreicht werden und Türschwellen verlieren durch ProLeap deutlich an Bedeutung.
Auf Hartboden arbeitet die Seitenbürste entlang der Kanten, während die beiden Hauptwalzen Schmutz aufnehmen. Beim Wischen rotieren die Mopps und der äußere Arm fährt bei Bedarf weiter heraus.
Auf Teppichen wird die Saugkraft angepasst und abhängig von der gewählten Strategie werden die Mopps angehoben oder komplett in der Station gelassen.
Nach dem Einsatz entleert sich der Roboter, lässt seine Mopps heiß auswaschen und anschließend trocknen.
Genau dadurch entsteht das Gefühl einer echten Automatisierung.
Kleine Kritikpunkte
Bei einem Gerät mit so umfangreicher Technik gibt es trotzdem einige Punkte, die man berücksichtigen sollte.
Die Station benötigt mit 456 × 390 × 499 mm einen festen Platz. Sie ist elegant gestaltet, lässt sich aber natürlich nicht vollständig verstecken. Idealerweise plant man bereits vor dem Kauf einen geeigneten Standort ein.
Auch die enorme Zahl an Einstellungen kann Einsteiger zunächst erschlagen. Wer jede einzelne Option optimieren möchte, verbringt am Anfang etwas Zeit in der App. Positiv ist allerdings, dass viele Funktionen auch automatisch arbeiten können.
Der 250-ml-Staubbehälter im Roboter ist für sich betrachtet relativ klein. Durch die automatische Absaugung spielt das im normalen Alltag kaum eine Rolle. Wer die Station aber längere Zeit nicht verwendet, würde die begrenzte Kapazität schneller bemerken.
Die maximale Saugleistung von 42.000 Pa ist beeindruckend, bringt auf höchster Stufe natürlich auch einen höheren Geräuschpegel und Energieverbrauch mit sich. Für normale Hartbodenreinigung ist die Maximalstufe aber ohnehin selten notwendig.
Außerdem sollte man trotz der hervorragenden Hinderniserkennung sehr dünne Kabel, Schnüre oder extrem kleine Gegenstände nach Möglichkeit nicht absichtlich auf dem Boden liegen lassen. Auch eine sehr gute KI-Erkennung ist kein Freibrief für einen völlig unvorbereiteten Boden.
Ein Premiumroboter, bei dem die Automatisierung wichtiger wird als einzelne Rekordwerte
Nach unserem Test bleibt beim Dreame X60 Pro Ultra Complete vor allem ein Eindruck zurück: Der technologische Fortschritt bei Saugrobotern zeigt sich inzwischen weniger darin, ob ein Gerät grundsätzlich saugen und wischen kann. Entscheidend ist vielmehr, wie viele der kleinen Situationen es selbstständig löst, die bisher menschliche Hilfe erforderlich gemacht haben.
Und genau dort spielt der X60 seine Stärke aus.
Ein niedriger Schrank? Der VersaLift-Sensor fährt ein und reduziert die Höhe auf nur 89 mm.
Eine hohe Türschwelle? ProLeap hebt das Fahrwerk aktiv an.
Staub in einer Ecke? Die Seitenbürste fährt bis zu 12 cm aus.
Schmutz direkt an der Fußleiste? Der Wischmopp schwenkt bis zu 18 cm nach außen.
Ein Kabel oder Schuh liegt im Weg? Zwei KI-Kameras und AI OmniSight 3.0 versuchen, das Hindernis frühzeitig zu erkennen.
Ein eingetrockneter Fleck befindet sich auf dem Boden? Die Verschmutzung wird erkannt und die Reinigungsstrategie entsprechend angepasst.
Ein Teppich folgt auf den Hartboden? Der Roboter kann seine Mopps anheben oder für eine reine Saugrunde vollständig an der Station zurücklassen.
Und nach der Reinigung übernimmt das PowerDock fast alles Weitere.
Mit bis zu 100 °C heißem Wasser werden die Wischmopps gereinigt, anschließend mit 45 °C warmer Luft getrocknet. Der Staub wandert automatisch in den 3,2-Liter-Beutel, Frischwasser kommt aus dem 4,2-Liter-Tank und Schmutzwasser wird im separaten 3,0-Liter-Behälter gesammelt. Selbst das Reinigungsmittel wird automatisch dosiert.
Die 42.000 Pa Saugleistung bilden dabei die kräftige technische Basis. Die HyperStream Detangling DuoBrush 2.0 reduziert den Wartungsaufwand bei langen Haaren, während das 280-U/min-Wischsystem auch bei hartnäckigeren Flecken genügend mechanische Arbeit leistet.
Trotz all dieser Technik misst der Roboter nur 350 × 350 mm und ist im flachen Modus gerade einmal 89 mm hoch. Das ist für uns eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des gesamten Systems. Ein Saugroboter kann schließlich nur dort reinigen, wo er tatsächlich hinkommt.
Auch die Laufzeit passt zum Premiumanspruch. Bis zu 242 Minuten reine Saugleistung beziehungsweise bis zu 135 Minuten kombiniertes Saugen und Wischen reichen selbst für größere Grundrisse. PowerMaster und die schnelle 11-A-Ladung reduzieren längere Unterbrechungen zusätzlich.
Die Complete-Version ist schließlich die richtige Wahl für Nutzer, die beim Zubehör möglichst vollständig ausgestattet sein möchten. Zusätzliche Bürsten, Filter, Staubbeutel, Wischpads und ein Liter Reinigungslösung sorgen dafür, dass man nicht kurze Zeit nach dem Kauf bereits die ersten Verschleißteile bestellen muss.
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist damit kein Roboter für jemanden, der lediglich gelegentlich ein paar Krümel aus einem einzelnen Zimmer entfernen möchte. Dafür wäre sein Funktionsumfang schlicht überdimensioniert.
Seine Stärke zeigt sich in Wohnungen und Häusern, in denen unterschiedliche Hartböden, Teppiche, Haustiere, Haare, Türschwellen, niedrige Möbel und mehrere Räume zusammenkommen. Je komplexer die Umgebung wird, desto stärker profitiert man von den zahlreichen Automatikfunktionen.

Am Ende ist genau das wahrscheinlich das größte Kompliment, das man einem Haushaltsroboter machen kann: Man beschäftigt sich weniger mit der Bodenreinigung – und trotzdem sieht der Boden regelmäßig so aus, als hätte man sich gerade darum gekümmert.

