Wer regelmäßig an der Xbox oder am PC spielt, stellt an einen Controller irgendwann höhere Ansprüche als nur zwei Analogsticks, Trigger und die klassischen Aktionstasten. Besonders bei Shootern, Rennspielen oder kompetitiven Multiplayer-Titeln können zusätzliche Tasten, präzisere Sticks und umfangreiche Einstellmöglichkeiten einen spürbaren Unterschied machen. Genau in diesem Bereich positioniert sich der Turtle Beach Stealth Ultra.
Mit Hall-Effekt-Sticks, vier zusätzlichen Tasten auf der Rückseite, Trigger-Stops, Mikro-Switches, RGB-Beleuchtung und einem integrierten Farbdisplay bringt der Controller praktisch alles mit, was wir von einem modernen Premium-Modell erwarten. Dazu kommen eine eigene Ladestation und ein stabiles Transportetui.
Wir haben uns den Turtle Beach Stealth Ultra genauer angesehen und schnell festgestellt, dass hinter dem auffälligen Display deutlich mehr steckt als nur ein optisches Extra.
Hochwertige Verarbeitung und überraschend geringes Gewicht
Schon beim ersten Auspacken hinterlässt der Stealth Ultra einen hochwertigen Eindruck. Das Design orientiert sich grundsätzlich am bekannten Xbox-Layout, wirkt durch die Materialwahl, die Beleuchtung und insbesondere das Display in der Mitte aber deutlich moderner.

Mit Abmessungen von 120 × 160 × 64,2 mm besitzt der Controller eine angenehme Größe und liegt auch bei längeren Gaming-Sessions komfortabel in der Hand. Besonders positiv überrascht hat uns das Gewicht. Trotz Display, Akku, zusätzlicher Tasten und umfangreicher Technik bringt der Stealth Ultra lediglich 246 Gramm auf die Waage.
Damit fühlt er sich wesentlich leichter an, als seine umfangreiche Ausstattung zunächst vermuten lässt.
Die Griffe liegen angenehm in der Hand und bieten genügend Halt, ohne unangenehm rau zu wirken. Auch nach mehreren Stunden bleibt das Handling komfortabel. Gerade bei längeren Call-of-Duty-, Forza- oder ähnlichen Sessions macht sich das geringe Gewicht positiv bemerkbar.
Das Display ist mehr als nur Spielerei
Der größte Blickfang befindet sich direkt in der Mitte des Controllers. Turtle Beach bezeichnet das Farbdisplay als Connected Command Display.
Anfangs könnte man vermuten, dass der Bildschirm hauptsächlich für die Optik gedacht ist. Tatsächlich gehört er aber zu den Funktionen, die den Stealth Ultra von vielen anderen Premium-Controllern unterscheiden.
Über das Display lassen sich zahlreiche Einstellungen direkt am Controller verändern. Dazu gehören unter anderem die Belegung der zusätzlichen Tasten, Stick-Einstellungen, Vibrationsintensität, Audiooptionen und RGB-Beleuchtung.
Das ist im Alltag ausgesprochen praktisch. Statt für jede kleine Änderung ein Menü auf der Xbox oder eine Anwendung am PC öffnen zu müssen, können viele Einstellungen direkt während des Spielens vorgenommen werden.
Zusätzlich können Benachrichtigungen eines verbundenen Smartphones auf dem Display dargestellt werden. Wer beim Spielen nicht ständig zum Smartphone greifen möchte, kann so trotzdem mitbekommen, wenn eine wichtige Nachricht eingeht.
Für uns ist der Bildschirm deshalb keineswegs nur ein optisches Gimmick, sondern tatsächlich ein sinnvoller Bestandteil des Bedienkonzepts.
Hall-Effekt-Sticks gegen Stick-Drift
Einer der wichtigsten Punkte bei einem hochwertigen Controller sind die Analogsticks. Turtle Beach setzt beim Stealth Ultra auf kontaktfreie Hall-Effekt-Sensoren.
Statt klassischer mechanischer Kontakte wird die Position der Sticks magnetisch erfasst. Dadurch wird ein Verschleißproblem reduziert, das viele Spieler von normalen Controllern kennen: Stick-Drift.
Gerade bei einem Controller dieser Preisklasse ist Hall-Effekt-Technologie für uns inzwischen ein sehr wichtiges Ausstattungsmerkmal.
Die Sticks des Stealth Ultra bewegen sich angenehm weich und lassen gleichzeitig sehr präzise Eingaben zu. Besonders in Shootern fällt auf, wie fein kleine Bewegungen umgesetzt werden können. Wer beispielsweise beim Zielen nur minimale Korrekturen durchführen möchte, bekommt dafür eine sehr gute Grundlage.
Auch die Charakteristik der Sticks lässt sich anpassen. Unterschiedliche Empfindlichkeiten und Eingabekurven ermöglichen es, den Controller auf das jeweilige Spiel abzustimmen.
Zusätzliche Stick-Kappen erweitern die Möglichkeiten und erlauben eine Anpassung an persönliche Vorlieben.
Mikro-Switches sorgen für ein hervorragendes Tastengefühl
Nicht weniger überzeugend sind die normalen Aktionstasten.
Turtle Beach verwendet Mikro-Switches unter anderem für A, B, X und Y, das Steuerkreuz, die Schultertasten und die zusätzlichen programmierbaren Tasten.

Das Ergebnis ist ein sehr direktes und deutlich definiertes Feedback. Jeder Tastendruck fühlt sich präzise an. Besonders bei Spielen, in denen schnell mehrere Eingaben hintereinander erfolgen, gefällt uns dieses Verhalten ausgesprochen gut.
Die Mikro-Switches sind auf bis zu fünf Millionen Betätigungen ausgelegt. Neben dem angenehmen Klickgefühl steht damit auch die Langlebigkeit im Fokus.
Nach kurzer Eingewöhnung möchten wir das direkte Feedback kaum noch missen. Im Vergleich zu weicheren Standardtasten fühlt sich der Stealth Ultra einfach unmittelbarer an.
Vier zusätzliche Tasten auf der Rückseite
Ein echtes Premium-Feature sind die vier zusätzlichen Tasten auf der Rückseite.
Wer bisher nur mit einem normalen Xbox-Controller gespielt hat, benötigt möglicherweise etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Hat man die Positionen jedoch erst einmal verinnerlicht, können die zusätzlichen Eingabemöglichkeiten einen deutlichen Vorteil bringen.
In einem Shooter kann beispielsweise Springen, Nachladen oder der Wechsel bestimmter Ausrüstung auf eine Rücktaste gelegt werden. Dadurch müssen die Daumen wesentlich seltener von den Analogsticks genommen werden.
Gerade bei schnellen Multiplayer-Spielen macht sich das bemerkbar.
Sehr praktisch finden wir zudem die Möglichkeit, bis zu zehn Profile im Controller zu hinterlegen. Ein Profil kann beispielsweise auf einen Shooter abgestimmt sein, während ein anderes für ein Rennspiel oder ein Action-Adventure optimiert wird.
So muss nicht ständig die komplette Konfiguration geändert werden.
Trigger-Stops für Shooter und Rennspiele
Auch die Trigger lassen sich an unterschiedliche Spiele anpassen.
Über die Trigger-Stops kann der benötigte Auslöseweg verkürzt werden. Besonders in Shootern ist das sinnvoll, da LT und RT dadurch wesentlich schneller vollständig ausgelöst werden können.
Beim Schießen zählt häufig jede Millisekunde. Ein kürzerer Weg kann sich deshalb angenehmer und direkter anfühlen.
Bei Rennspielen sieht es dagegen anders aus. Dort möchten wir Gas und Bremse möglichst fein dosieren. Entsprechend lässt sich wieder der vollständige Triggerweg verwenden.
Dass der Controller beide Einsatzbereiche abdeckt, gefällt uns sehr gut. Man muss sich nicht dauerhaft auf eine Charakteristik festlegen.
Pro-Aim für besonders präzises Zielen
Eine weitere interessante Funktion ist Pro-Aim.
Dabei kann die Stick-Empfindlichkeit vorübergehend angepasst werden. Besonders beim präzisen Zielen über größere Entfernungen kann das hilfreich sein.
Wer beispielsweise mit einem Scharfschützengewehr spielt, benötigt häufig deutlich feinere Bewegungen als im direkten Nahkampf. Pro-Aim kann auf eine der zusätzlichen Tasten gelegt werden und steht damit bei Bedarf unmittelbar zur Verfügung.
Ob man diese Funktion intensiv nutzt, hängt stark vom eigenen Spielstil ab. Die zusätzliche Möglichkeit zeigt aber sehr schön, wie umfangreich sich der Stealth Ultra konfigurieren lässt.

2,4-GHz-Funk und Bluetooth
Für die Verbindung mit Xbox Series X, Xbox Series S, Xbox One und Windows-PCs steht eine 2,4-GHz-Funkverbindung über den mitgelieferten USB-A-Sender zur Verfügung.
Im Spielbetrieb wirkt die Verbindung direkt und zuverlässig. Genau das erwarten wir von einem Controller, der sich ausdrücklich an anspruchsvollere Gamer richtet.
Zusätzlich besitzt der Stealth Ultra Bluetooth. Dadurch lässt er sich unter anderem mit Android-Geräten ab Android 12, kompatiblen Smart-TVs und Windows-PCs verbinden.
Alternativ ist auch der kabelgebundene Betrieb über USB möglich.
Der Controller ist damit nicht ausschließlich auf die Xbox beschränkt und kann problemlos für mehrere Gaming-Plattformen genutzt werden.
Umfangreiche Einstellungen mit Control Center 2
Wer noch tiefer in die Konfiguration einsteigen möchte, bekommt mit Control Center 2 die passende Begleit-App.
Hier können unter anderem Tastenbelegungen, Totzonen, Empfindlichkeit der Achsen, Vibration, Audiofunktionen und RGB-Beleuchtung angepasst werden.
Auch Firmware-Updates werden über die Anwendung durchgeführt.
Uns gefällt besonders die Kombination aus App und Controller-Display. Grundlegende Einstellungen lassen sich direkt am Stealth Ultra erledigen, während Control Center 2 für detailliertere Anpassungen zur Verfügung steht.
Damit bleibt der Controller sowohl für Spieler interessant, die einfach loslegen möchten, als auch für Nutzer, die jedes Detail individuell konfigurieren wollen.
RGB-Beleuchtung mit 16,8 Millionen Farben
Natürlich darf bei einem modernen Gaming-Produkt auch RGB-Beleuchtung nicht fehlen.
Beim Stealth Ultra ist sie allerdings vergleichsweise elegant umgesetzt. Zur Verfügung stehen 16,8 Millionen Farben sowie verschiedene Effekte.
Neben der reinen Optik kann die Beleuchtung außerdem für Statusinformationen und Hinweise zum Akkustand eingesetzt werden.
Wer RGB überhaupt nicht benötigt, kann die Beleuchtung entsprechend zurückhaltend konfigurieren. Wer dagegen ein komplettes Gaming-Setup mit Beleuchtung besitzt, kann den Controller passend integrieren.
Gute Audiofunktionen für kabelgebundene Headsets
Am unteren Bereich befindet sich ein klassischer 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headsets.
Interessant wird es durch die zusätzlichen Audiofunktionen. Verschiedene EQ-Einstellungen sowie Superhuman Hearing können direkt mit dem Controller genutzt werden. Zusätzlich lassen sich die Lautstärke von Spiel und Chat sowie das Mikrofon-Monitoring anpassen.
Gerade Spieler, die ein kabelgebundenes Gaming-Headset direkt am Controller betreiben, erhalten damit deutlich mehr Möglichkeiten als bei einem klassischen Standardmodell.

Bis zu 30 Stunden Akkulaufzeit
Ein Premium-Controller sollte nicht ständig am Ladekabel hängen müssen.
Der integrierte Akku erreicht abhängig von den gewählten Energieeinstellungen eine Laufzeit von bis zu 30 Stunden.
Noch besser gefällt uns allerdings die mitgelieferte Ladestation. Nach dem Spielen wird der Controller einfach auf dem Dock abgelegt und ist dadurch beim nächsten Einsatz wieder geladen.
Eine vollständige Aufladung ist über USB-3.0-Schnellladung in ungefähr zwei Stunden möglich.
Im Alltag ist eine gute Ladestation unserer Meinung nach eine der Komfortfunktionen, die man schnell zu schätzen lernt. Statt über den Akkustand nachzudenken, bekommt der Controller nach jeder Gaming-Session automatisch seinen festen Platz.
Sehr guter Lieferumfang inklusive Transportetui
Beim Lieferumfang zeigt sich ebenfalls, dass der Stealth Ultra als Premium-Modell gedacht ist.
Neben dem Controller befinden sich der kabellose USB-Sender, das Lade-Dock, ein drei Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel, zusätzliche Stick-Kappen und ein stabiles Hartschalenetui im Paket.
Besonders das Etui ist ein schönes Extra. Controller und Zubehör lassen sich sicher verstauen und transportieren. Praktischerweise wurde sogar an die Möglichkeit gedacht, den Controller innerhalb des Etuis aufzuladen.
Damit wirkt der Lieferumfang angenehm vollständig. Nach dem Auspacken fehlt eigentlich nichts, um direkt loslegen zu können.
Technische Daten im Überblick
- Kompatibilität: Xbox Series X|S, Xbox One, Windows 10/11, Android ab Version 12 und unterstützte Bluetooth-Smart-TVs
- Verbindung Xbox/PC: 2,4-GHz-Funk über USB-A-Sender
- Bluetooth: Ja
- Kabelbetrieb: USB
- Analogsticks: Hall-Effekt AntiDrift-Sticks
- Zusätzliche Tasten: Vier programmierbare Rücktasten
- Profile: Bis zu zehn On-Board-Profile
- Trigger: Einstellbare Trigger-Stops
- Display: Connected Command Display
- Beleuchtung: RGB mit 16,8 Millionen Farben
- Audio: 3,5-mm-Headsetanschluss
- Akku: Bis zu 30 Stunden
- Ladezeit: Rund zwei Stunden über USB-3.0-Schnellladung
- Abmessungen: 120 × 160 × 64,2 mm
- Gewicht: 246 Gramm
- Software: Turtle Beach Control Center 2
Schlusswort
Der Turtle Beach Stealth Ultra hat uns vor allem deshalb überzeugt, weil seine zahlreichen Funktionen nicht einfach nur auf dem Datenblatt gut aussehen. Viele davon bringen im täglichen Gaming tatsächlich einen Mehrwert.
Besonders hervorzuheben sind die präzisen Hall-Effekt-Sticks, die hervorragenden Mikro-Switch-Tasten, die vier frei belegbaren Rücktasten und die anpassbaren Trigger. Dazu kommt mit dem Connected Command Display ein Feature, das den Stealth Ultra deutlich von vielen Konkurrenten unterscheidet und gleichzeitig einen praktischen Nutzen besitzt.
Auch abseits der eigentlichen Steuerung stimmt das Gesamtpaket. Bis zu 30 Stunden Akkulaufzeit, ein komfortables Lade-Dock, Bluetooth, umfangreiche Audiofunktionen, RGB-Beleuchtung und das mitgelieferte Hartschalenetui machen den Controller zu einem ausgesprochen umfangreichen Komplettpaket.
Natürlich bewegt sich der Stealth Ultra preislich deutlich oberhalb eines normalen Xbox-Controllers. Dafür richtet er sich aber auch an eine andere Zielgruppe. Wer lediglich gelegentlich ein Spiel startet, benötigt die zahlreichen Zusatzfunktionen vermutlich nicht. Passionierte Xbox- und PC-Spieler bekommen dagegen einen hervorragend ausgestatteten Premium-Controller, der sich sehr individuell an unterschiedliche Spiele und persönliche Vorlieben anpassen lässt.


