Heizen mit Gas wird für Haushalte in Deutschland wieder spürbar teurer. Am deutschen virtuellen Handelspunkt THE (Trading Hub Europe) kosteten kurzfristige Gaslieferungen am 28. Oktober 102,65 Euro je Megawattstunde.
Vor einem Jahr waren es noch rund 34 Euro. Damit ist der Preis um 202 Prozent gestiegen. Diese Preisrallye treibt auch die Terminmarktpreise, über die Versorger für ihre Kunden einkaufen, massiv nach oben.
Das schlägt auf die Verbraucherpreise durch: Wer heute einen neuen Gasvertrag abschließt, zahlt im Schnitt rund 14 Cent pro Kilowattstunde – im Herbst 2025 waren es noch rund 9 Cent. Für ein Einfamilienhaus mit einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 kWh steigen die Heizkosten bei einem neuen Vertrag damit von rund 1.800 Euro auf rund 2.800 Euro im Jahr, ein Plus von etwa 1.000 Euro. Bei einer typischen Wohnung im Mehrfamilienhaus mit rund 13.300 kWh sind es etwa 1.870 Euro statt 1.200 Euro, rund 670 Euro mehr. Über alle Haushalte hinweg, also Bestands- und Neukunden zusammen, liegt der Gaspreis derzeit bei rund 12,7 Cent pro Kilowattstunde.
Diese Steigerungen der Verbraucherpreise dürften sich fortsetzen, da Energieversorger für ein bis zwei Jahre ihre Gas-Einkaufspreise absichern. Sobald diese Absicherungen auslaufen, werden die Gasverträge vollständig an die gestiegenen Großhandelspreise angepasst.
Oktober 2026: Daten zeigen direkte Reaktion der Haushalte auf steigende Gaspreise
Daten von 5,6 Millionen vernetzten smarten tado° Thermostaten zeigen: Im Oktober 2026 stieg die Nutzung der Energiesparfunktionen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu zählen die automatische Anwesenheitssteuerung, die Fenster-Offen-Erkennung und Zeitpläne in der tado° App. Zudem öffneten 64 Prozent der Nutzer im Oktober mindestens einmal pro Woche die App, um ihre Heizkostenprognose und ihren persönlichen Energiesparbericht einzusehen. Zum Vergleich: 2025 sahen sich 53% der Nutzer den Energieverbrauch in der App an.
„Die Nutzung unserer Energiesparfunktionen erreicht einen Höchststand. Angesichts steigender Gaspreise gewinnt Energiesparen wieder an Bedeutung“,
sagt Christian Deilmann, Mitgründer und Geschäftsführer von tado°.
„Wir erwarten deshalb, dass Verbraucher im kommenden Winter ähnlich konsequent Energie sparen wie während der Energiekrise 2022. Auf die globalen Gaspreise haben sie keinen Einfluss, ihren eigenen Verbrauch können sie mit smarten Thermostaten jedoch aktiv senken.“
Schon im Winter 2022/23 senkten 80 Prozent der deutschen tado° Nutzer ihre Raumtemperatur im Schnitt um 0,8 °C auf 19,4 °C, um Energie und Kosten zu sparen.4 Eine Absenkung um 1 °C kann den Heizenergieverbrauch um rund 6 Prozent reduzieren.5 Auch damals wurden smarte Energiesparfunktionen häufiger genutzt. Die aktuellen Daten bestätigen das Muster: Steigende Heizkosten motivieren Verbraucher, ihren Energieverbrauch aktiv zu senken.
Geopolitische Krisen und niedrige Speicherstände treiben den Preis
Maßgeblich verantwortlich für die Preisexplosion sind die globalen Unsicherheiten infolge des Iran-Krieges. Die Angst vor Engpässen bei Flüssigerdgas (LNG) lässt die Risikoaufschläge an den internationalen Märkten in die Höhe schnellen. Hinzu kommt eine angespannte Ausgangslage in Deutschland: Die Gasspeicher sind zu Beginn der Heizperiode lediglich zu rund 61 Prozent gefüllt – ein Wert, der weit hinter den gesetzlichen Zielen zurückbleibt und die Märkte stark unter Druck setzt.6 Erschwerend kommen für die Endverbraucher steigende CO2-Abgaben und höhere Netzentgelte hinzu, die den Preis zusätzlich massiv belasten.
Viele Haushalte mit laufenden Verträgen zahlen bislang noch deutlich weniger. Das dürfte sich ändern: Das Vergleichsportal Verivox erwartet zudem Gaspreiserhöhungen von 10 bis 20 Prozent, sollten die Großhandelspreise auf dem aktuellen Niveau bleiben.⁷ Weitere Preissteigerungen werden hinzukommen und die Heizkosten entsprechend der Großhandelspreise nach oben gehen.

