Saugroboter sind wie moderne Wichtel, während der Arbeitszeit oder dem Wochenendausflug gleiten sie durch die Wohnung und reinigen den Boden. Der Proscenic Q20 Plus setzt dafür laut Hersteller auf 10.000 Pa Saugleistung bei einem Geräuschpegel von circa 60 dB. Navigieren tut der Roboter mithilfe eines LiDAR-Systems sowie einer KI-Objekterkennung. Für die Reinigung stehen drei Optionen zur Verfügung: Saugen, Wischen und eine Saug-Wisch-Kombination, dabei kann die Intensität beider Putzmodi auf einer Skala von 0 bis 3 angepasst werden. Für den eingesammelten Schmutz hat der Roboter einen 300 ml Container an Bord, dazu kommen 200 ml Wasser zum Wischen. Der kompakte Alltagshelfer kommt ohne Beutel aus: Der Sammelbehälter wird automatisch an der Station entleert, die bis zu 4 Liter fasst. Die 3200mAh Batterie verspricht bis zu 200 Minuten Putzdauer, in denen der Q20 Plus 230 m2 durchfährt. In der dazugehörigen App lassen sich bis zu fünf Karten speichern, was eine Nutzung in Häusern mit mehreren Geschossen erlaubt. Über eine Verknüpfung mit dem Smarthome starten Nutzer den Reinigungsvorgang mittels Sprachbefehl. Wie sich diese Funktionen im Alltag integrieren konnte ich über die letzten Wochen erproben.

Aufbau und Inbetriebnahme
Die ersten Schritte gestalten sich recht einfach: Im Paket finde ich, neben dem Roboter und seiner Station, eine Fernbedienung, zwei Wischmop-Lappen, eine Reinigungsbürste, das Benutzerhandbuch sowie einen Filter. Ein QuickStart-Guide führt mich in wenigen Schritten durch den Aufbau und schon dockt der Q20 Plus an seiner Station an. Ein ersten positiven Eindruck hinterlässt die sehr kompakte Station, sie verlangt wenig Platz und ist so kein Störfaktor. Die zugehörige Prosenic-App ist für meinen Geschmack etwas zu werbelastig gestaltet, die Einrichtung des Geräts erfolgt dafür jedoch schnell und intuitiv. Mit einem Klick düst der kleine Roboter los, um sein neues Einsatzgebiet zu scannen. Die Ansagen, aus den Lautsprechern sind dabei eher unverständlich, da ich aber auch keinen Lautsprecher sondern einen Saugroboter vor mit habe, ist dieser Aspekt zu vernachlässigen. Beim Scan-Durchlauf der Wohnung beeindruckt die Objekterkennung, die trotzt des zügigen Tempos des Roboters sehr gut funktioniert. Da der Q20 Plus an meinem freiliegenden Teppich hängen bleibt, muss ich ihn aus dem Weg räumen. Das ist schade, denn laut Hersteller schaffen die Geräte eine Hürde von bis zu 20 mm und haben eine besondere Funktion, bei der die Sensoren den Teppichuntergrund erkennen und die Saugleistung automatisch anpassen. Ein Hindernis, welches der Sauger scheinbar mühelos überwindet sind die Füße des Wäscheständers, wobei die Stange deutlich dicker ist als der Teppich. Mehrfach hievt der runde Roboter sich nach zwei bis drei Anläufen über die Stange.
In der App erscheint dann eine Karte der gescannten Räumen, ist ein Raum anders aufgeteilt, als der Roboter erkannt hat, kann ich diese mithilfe der Trenn- und Zusammenleg Funktion richtig einordnen. Außerdem kann ich unterschiedliche Routinen und Vorgänge einstellen, so lasse ich den Roboter automatisch zweimal durch den Wohnbereich laufen, da hier die Eingangstür liegt und der meiste Dreck hineingetragen wird. Für die Küchenzeile erhöhe ich den Wasserfluß beim Wischen um Flüssigkeiten, Mehl oder klebrige Zutaten zu beseitigen, während das Büro mit den Comuptern und Kabeln lieber nur gesaugt werden soll. Zusätzlich sollte ich No-Go-Zonen definieren können, die der Roboter umgeht, beispielsweise wenn dort der Wassernapf des Hundes steht. Ich habe diese Option während der Einrichtung gesehen, als mir im späteren Verlauf dann ein Nutzungsfall einfiel, konnte ich sie leider nicht wieder finden. Dabei stieß ich auf die Herausforderung, dass die FAQ Sektion in der App leider nicht weiterhilft. Unter dem Punkt „Wie setze ich No-Go-Zonen“ finde ich nur eine Beschreibung der Funktion, aber keine Info darüber, wo sie zu finden ist.

Saug- und Wischleistung
Nach dem sich der Q20 mit seiner Umgebung vertraut gemacht hat, legt er mit der eigentlichen Aufgabe des Saugens los. Hierzu fährt er die Räume in einem engmaschigen Zickzack ab und erwischt so den Großteil der freien Fläche. Über eine kleine rotierende Bürste sammelt der kleine Putzhelfer größere Flusen, die er beim Fahren zur Seite schubst, wieder ein. Von Haus aus ist die Saugleistung auf Stufe 2 gestellt, damit schafft der Q20 Verschmutzungen die über einen Längeren Zeitraum in die Wohnung getragen wurden. Wie Erde und kleinere Steine die über Schuhe hinein gebracht wurde sowie Essensreste die beim Kochen oder Essen herunterfallen. Bei regelmäßigen Saugeinsätzen reicht eine kleinere Stufe aus. Der Roboter kehrt nach dem Einsatz an seine Station zurück, um dort zu laden, die Entleerung erfolgt je nach Wunsch, nach jeder, jeder zweiten oder dritten Reinigung. Das Ergebnis überzeugt mich, der Boden fühlt sich staub- und krümelfrei an.
Weniger überzeugend ist hingegen die Wischfunktion. Da hierzu lediglich der Lappen befeuchtet wird, kann weniger von wischen die Rede sein. Es handelt sich dabei eher um ein feuchtes darüber feudeln. Zudem muss der Aufsatz bereits vor dem ersten Wischen ausgetauscht werden, da er auch beim Saugen über den Boden geschleift wird und somit einiges an Haaren und Schmutz aufgenommen hatte. Leider stand im QuickStart-Guide auch nicht dabei, wo das Wasser einzufüllen ist, deswegen habe ich den Tank erst nach den ersten Runden gefüllt. Für leichte Verunreinigungen reicht die Funktion vollkommen aus, an Stellen die eventuell schon etwas eingetrocknet sind fehlt ein gewisser Druck um einen wirklichen Unterschied zu erreichen.

Automatisierte Putz-Zyklen
Das angenehmste an einem Saugroboter ist, dass man nicht zuhause sein muss um ihn zu bedienen. Über die App richte ich einen Putzplan ein und sage dem Q20 wann er sich an die Arbeit machen soll. So saust der kleine Sauger durch die Wohnung, während ich auf Arbeit bin. Nach der Arbeit komme ich in eine saubere Wohnung zurück. Die Timer funktionieren einwandfrei und jagen Daheimgebliebenen Familienmitgliedern einen kleinen Schrecken ein. Bevor ich das Haus verlasse muss ich dennoch ein paar Vorbereitungen treffen, Hundekörbchen vom Boden aufheben, Klamotten wegräumen und den Freiraum unterm Wäscheständer stopfen. Wie sich herausstellte schaffte der kleine Sauger den Sprung über die Stange nämlich nur unter Beobachtung, sobald er alleingelassen wurde blieb er dort stecken und ich musste ihn nach dem heimkommen befreien. Glücklicherweise ist das Büro, in dem besagter Endgegener stand, der letzte Raum auf der Liste des Q20, sodass die restliche Wohnung trotzdem ordentlich gesaugt wurde. Weiterhin stellte ich fest, dass einzelne Kabel zwar kein Problem darstellen, sobald sich jedoch ein zweites oder drittes Kabel dazugesellt nimmt der kleine Putzer diese gerne mit. Irgendwie hat er es immer rechtzeitig geschafft, sich aus dem Wust zu befreien bevor etwas heruntergerissen wurde. Dennoch sei dazu geraten, Kabel Ansammlungen vor ihm zu schützen.
Die Batterieleistung reicht für unsere drei Zimmerwohnung ohne Probleme aus und auch der Staubtank hat nach mehreren Einsätzen immer noch einiges an Kapazität. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass sich ein Großteil noch im Staubkompartment des Geräts befand, wie ich nach der ersten Woche herausfand. Vermutlich liegt das an den Hundehaaren, die den Ausgang zur Absaugstation verstopft haben, daher will ich dem Q20 da keinen Vorwurf machen. Der Ausbau und die Entleerung des Staubfängers gehen ganz leicht, alles klickt zufriedenstellen zurück an seinen Platz und der Roboter ist wieder einsatzbereit. Selbiges gilt für den großen Schmutztank an der Station.


