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Mittwoch, Oktober 5, 2022

Review – Ghost of Tsushima – Ein feudales Japan mit dem Katana

Vor kurzem erschien Ghost of Tsushima exklusiv für die PlayStation 4. Nach aktuellem Stand wird es der letzte größere exklusive Titel der PlayStation 4 sein. Die Neugierde war riesig auf dieses Spiel und umso glücklicher war ich, als der Download endlich beendet war und ich beginnen konnte. Doch lohnt sich der Abstecher nach Japan? Finden wir es gemeinsam in diesem Review heraus.

Das Spiel beginnt im Japan des Jahres 1274. Man selbst spielt den Samurai Jin Sakai – letzter der Sakai-Linie. Die mongolische Armee steht an den Küsten der Insel und ist bereit, diese zu erobern. Mutig stellen sich die Samurai – angeführt vom Onkel Jin`s – der Armee. Doch sie scheitern – und hier setzt das Spiel an. Bereits zu Beginn spürt man die ursprüngliche Inspiration von Sucker Punch, welche sich tüchtig beim japanischen Regisseur Akira Kurosawa bedient haben. Aus seiner Feder stammen einige der schönsten und bis heute beliebtesten Samurai-Filme der Geschichte. Und der hier gewählte Fokus zieht sich durch die komplette Zeit in Ghost of Tsushima – sei es in Nebenquests oder während der Hauptgeschichte. Überall spürt man die Detailliebe, welche in die Umgebung und die Charaktere geflossen ist. Ich muss an dieser Stelle gestehen: Bereits als ich die ersten Worte zu Ghost of Tsushima laß, war ich skeptisch, ob ein amerikanisches Studio diesen Anspruch mit diesem Vergleich standhalten kann.

Die verschiedenen Charaktere sind wirklich gekonnt in Szene gesetzt und haben ihre ganz eigene Tiefe. Die Hauptstory spielt sich wie ein klassischer Samurai-Film. Sicherlich gibt es da draußen Geschichten mit einer eigenen Tiefe – aber Ghost of Tsushima begeistert dennoch. Was ich besonders schön finde ist, dass die einzelnen Nebenquests sich auch wie eine Geschichte spielen und das gesamte Paket abrunden. Wer auf die Nebenquests verzichtet, verpasst extrem viel von der Welt! Insbesondere wenn man neue Gebiete von Mongolen befreit hat, ergeben sich ganz neue, interessante Wege und Gespräche.

Das Spiel liefert im Grunde zwei Wege, die Geschichte voranzubringen: Als Geist oder Samurai. Als Samurai könnt ihr vier verschiedene Haltungen freischalten, um den diversen Gegnerarten perfekt zu begegnen. Das Wechseln der Haltungen fügt sich schön in den Spielablauf ein und lässt sich mit R2 im Kampf wechseln. Einziger Wermutstropfen: Auch andere Funktionen liegen auf dieser Taste, wodurch es mir öfters passierte, dass ich das entsprechende Overlay geöffnet habe. Dem Spielverlauf tat es aber keinen Abbruch. Die verschiedenen Fähigkeiten liefern eine gewisse Ähnlichkeit mit einem anderen größeren Open-World-Titel in der Vergangenheit – insbesondere Giftpfeile und Rauchbomben. Um diese Gadgets bauen zu können, benötigt man Ressourcen. Besonders schön an dieser Stelle: Auch während des Reitens kann man Gegenstände aufsammeln.

Der Kampf gestaltet sich für jemanden, der zum Beispiel Sekiro gespielt hat schnell als einfach. Für jemanden wie mich, der mit derartigen Spielen wenig Berührungspunkte hat und eher die Geschichte genießt, ist der Schwierigkeitsgrad perfekt. Während die kleineren Kämpfe nur bei großen Gruppen komplizierter und komplexer werden, bieten Bosskämpfe echte Herausforderungen. Unblockbare Angriffe werden hierbei kurz vorher optisch angekündigt. Besiegt man die diversen Hauptleute, erhält man hier weitere Freischaltungen in den Fähigkeiten.

Die Ausrüstung bietet für jeden Spielstil eine Rüstung. Darüber hinaus können diese lediglich verbessert und farblich angepasst werden. Weitere Möglichkeiten bieten sich hier nicht, was aber nicht weiter stört. Es fügt sich alles gut in das Spielgeschehen ein. Manche Fähigkeiten oder Ausrüstungsgegenstände lassen sich nur durch das sammeln von Gegenständen oder besuchen von Orten freischalten. Das löst einen ganz besonderen Reiz aus, was auch die Sammelunlust in mir besiegt hat und mich vor dem Fortschritt in der weiteren Geschichte dazu bewegte, zu Beobachten und zu befreien.

Die Hauptgeschichte an sich nimmt etwa 15 Spielstunden ein. Wer hier aber die gesamte Welt erleben und entdecken möchte, der wird deutlich länger auf Tsushima verbringen. Und das ist auf alle Fälle einen Besuch wert! Die Umgebung ist wunderschön in Szene gesetzt und läd zum Erkunden, zum Entdecken ein. Das ist auch sinnvoll, denn nur so kann man diverse Fuchsbauten entdecken, welche zu verschiedenen Schreinen führen. Die Idee hier einen Fuchs ins Spiel zu bringen und somit einen der Geister zu ehren, ist wundervoll! Und auch wenn es nur ein klitzekleines Detail ist: Die Möglichkeit zu eröffnen, dass man den Fuchs streichelt, nachdem er einem zum Schrein geführt hat, rundet für mich das Spiel ab!

Das gesamte Spiel setzt auf Optik. In manchen Bereichen übertrifft Ghost of Tsushima für mich auch The Last of Us Part 2. Jedes der drei Spielbereiche (werden im Verlaufe der Hauptgeschichte frei) ist wundervoll gestaltet. An jeder Stelle hat man das Gefühl, dass alles in einem gewissen Gleichklang durch den Wind gehalten wird. Der Kontrast, den das Spiel liefert, ist extrem facettenreich. Im einem Moment sitzt man noch in einer heißen Quelle – im anderen metzelt man sich blutig durch eine Stadt voller Mongolen. Das gesamte Setting erzeugt ein Gefühl von Tiefe und „Eingebunden sein“, wie ich es sehr selten erlebt habe. Spontan fällt mir hier tatsächlich kein direkter Vergleich ein.

Ghost of Tsushima ist ein bildgewaltiges Meisterwerk, dass sich einreiht in einer Reihe voller erstklassiger Spiele und sich hierbei keineswegs scheuen muss. Sicherlich gibt es Geschichten, die mehr Tiefgang liefern, aber das der Hauptcharakter an verschiedenen Stellen sein eigenes Handeln und das Abweichen vom Weg der Samurai reflektiert, macht ihn verwundbarer. Es ist eine Geschichte, die untermalt wird von wunderschönen Landschaften und einer fließenden Bewegung. Die Charaktere sind sehr gut vertont – wobei der japanische Ton natürlich das Setting noch mehr unterstreicht. Sehr oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich einfach einen Abhang auf einen wundervollen Wald geblockt habe und dem Soundtrack lauschte.

Wer Spiele mit Samurai liebt und einen perfekten Einblick auf ein feudales Japan erhalten möchte, macht hier absolut gar nichts falsch! Ghost of Tsushima ist ein Meisterwerk – und jeder mit einer PlayStation 4 sollte es besitzen.

Review – Ghost of Tsushima – Ein feudales Japan mit dem Katana
9.5
Grafik
9.5
Sound
8.5
Steuerung
9.5
Spiele Spaß
9
Preis Leistung
Gesamtwertung 9.2 / 10
Unser Fazit
Ich bin verliebt - in ein feudales Japan, tiefgründige Charaktere und eine Umgebung, die malerischer nicht sein könnte. In einen Soundtrack, der untermalt was er vermitteln möchte und eine Geschichte mit verschiedenen Facetten und Wendungen. Soviele Spielstunden habe ich auf Tsushima verbracht und Täler und Wälder durchstriffen. Die Kämpfe können knackig sein, aber bieten auch eine gewisse Lernkurve.

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Aktualisiert am 4. Juni 2022 04:30
Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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