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Sonntag, Juni 20, 2021

Biomutant – Review – Flauschiges RPG mit offener Welt und viel Wung-Fu im Test

Bereits vor 4 Jahren kamen die ersten Zeichen eines Games des Entwicklungsstudios Experiment 101 an die Öffentlichkeit. Ein postapokalyptisches Setting, Kung-Fu und eine offene Welt. Bis Ende letzten Jahres war es dann etwas ruhiger um den Titel Biomutant, bis dann einiges an neuen Bildern und Gameplay-Videos veröffentlicht wurde um die Spielerschaft anzufüttern.

Am 25.05.2021 war es dann endlich soweit und der Release von Biomutant stand an. 

Die Welt, wie wir sie kennen, ist durch die Menschheit verursachte Verschmutzung untergegangen und eine neue Spezies hat sich aus den Trümmern erhoben. Aber nicht so wie wir es aus anderen Settings kennen, in Form von skurrilen und schaurigen Mutanten in düsteren Ruinen alter Städte sondern in Form von… ja, ähm… Waschbär ähnlichen, pelzigen, humanoiden Lebewesen oder wie soll man es auf den ersten Blick definieren… ok, wir bleiben beim Waschbär, das kommt der Spielfiguren am ähnlichsten… zumindest in seiner Ursprünglichen Form, ohne das der Spieler sich seinen eigenen Charakter kreiert hat.

Das Zeitalter der Menschen ist also vorbei, und vor uns liegt eine teilweise verseuchte Welt mit neuen Gefahren in Form von Monstern, giftigen Seen und Gebieten wie auch anderen Lebewesen unserer Spezies die sich und mal freundlich und mal weniger nett in den Weg stellen.

Was würde uns bisher angekündigt:

Wir wussten, dass wir eine offene Welt bekommen sollen, Crafting, actionreiche Kämpfe und eine Story um die Rettung eben dieser neuen Welt. In diesem Review stellen wir Biomutant auf die Probe und schauen ob der Titel seinen Hype im Vorfeld gerecht wird.

Beim Start von Biomutant werden wir mit einem Video begrüßt in dem wir ein wenig über die Welt erfahren… der Untergang der alten Welt, der Baum des Lebens und und und… bis wir unseren Helden sehen der sich durch das Dickicht schlägt und sich letztendlich nach einem Kampf mit einem übergroßen Gegner in ein altes Gebäude flüchtet und wir im Startmenü landen.

Mit dem Start eines neuen Spiel beginnen wir mit der Individualisierung unseres Charakters, der Titelheld, wie wir ihn aus den Trailern kennen ist also nur eine der möglichen Optionen. Den Anfang macht die Auswahl der Rasse. Die sechs Rassen unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander, sie haben auch geringfügig andere Werte, hier solltet ihr aber den Fokus auf die Optik legen, da die Unterschiede in den Zahlen nicht wirklich gravierend sind. Soll euer Charakter eher dem Titelhelden entsprechen oder vielleicht doch ein wenig mehr wie eine Maus… eine Rasse die ein wenig bräsig aus der Wäsche guckt… hier wird jeder fündig. Bei der Wahl der Klasse gibt es dann deutliche Unterschiede. Ein Saboteur der auf schnelle Nahkampfangriffe ausgelegt ist, der Scharfschütze, ein PSI-Freak mit übernatürlichen Psi- Kräften der seinen Gegnern zum Beispiel Blitze entgegen schleudert oder doch ein klassischer Frontkämpfer mit ordentlich Feuerkraft… zur Auswahl stehen insgesamt 5 Klasse die ihr nach eurem Spielstil festlegen könnt. Aber das war noch nicht alles, jetzt kommen wir zum Feintuning indem wir ein wenig die Attribute verändern… mehr Vitalität, Höhe Schadensresistenz oder doch ein kleiner Schlaufuchs mit viel Intelligenz… nun ja, das eine schließt das andere ein wenig aus. Durch höhere Kräfte schrumpft auf der anderen Seite ein wenig die Intelligenz und könnt somit weniger auf Spezialaktionen zurückgreifen, als zusätzlicher Effekt verändert sich auch die Optik des Charakter. Mehr Intelligenz wirkt sich auf die Größe des Kopf aus und bei mehr Beweglichkeit wird der Körper schlanker, wo er bei mehr Kraft natürlich breiter wird. Aber auch hier gebe ich schon mal den Tip, das ein gutes Mittelmaß keine schlechte Option ist und man nach wenigen Leveln die Wahl soweit verändert hat, das diese Zahlen und Werte schnell ganz anders aussehen können.

Bevor ich’s vergesse, die Fellfarbe und -musterung kann auch noch einer Individualisierung unterzogen werden. Die Auswahl ist begrenzt, aber dennoch gibt der Editor ein wenig her, um als graue Maus oder als etwas bunterer Papagei durch Welt zu streifen.

Rasse, Check… Klasse, Check… Farbe, haben wir… auf geht’s!

Die Eingangs gezeigte Videosequenzen startet aufs Neue, nur sind wir mit unserem gerade erstellten Charakter unterwegs und dürfen den Weg selber bestreiten. Eine Erzählerstimme begleitet uns auf unserem Weg.  Nach kurzem stehen wir vor einer Kreuzung und wir müssen uns entscheiden, wie so manches mal auf unseren Wegen. Ein typisches Engelchen/Teufelchen Spiel geht los und so streiten sich auch unsere inneren zwei Seiten. Sind wir egoistisch oder setzen wir uns eher für andere ein… durch gegebene Antworten in Gesprächen oder Wahl bei machen Konsequenzen durch unser Handeln kann sich unsere Gesinnung zum dunkeln oder zur hellen Seite hin orientieren. 

Hell und Dunkel… zwei Seiten derselben Medaille!

Wo wir schon bei einem der vielen Merkmale von Biomutant befinden. Unsere Gesinnung hat Auswirkungen auf die erlernbare Psi-Fähigkeiten, so sammelt man Punkte für das Licht oder die Dunkelheit und schaltet damit verschiedene Kräfte frei. Der Nutzen dieser Kraft ist ebenfalls an die Gesinnung gekoppelt, auch wenn man eine Helle Fähigkeit freigeschaltet hat, kann man diese nicht einsetzen wenn der Charakter eher der dunklen Seite zugewandt ist. Generell hätte ich mir ein wenig mehr oder besser gesagt extremere Reaktion von Stämmen auf die Gesinnung gewünscht. Zwar fallen Sätze wie: “… vielleicht ist der XYZ Stamm genau der richtige Verbündete, da du mit deiner dunklen Seite nicht von ihrem Licht geblendet bist…” (Bitte jetzt nicht auf korrekten Wortlaut achten… es geht um den Sinn) Was ich damit sagen möchte, es wird hier und dort erwähnt, aber wirklich wichtig ist es nicht und an so einer Stelle hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe erhofft.

Weiter geht’s und unser erster Kampf steht uns bevor. An einer Lichtung treffen wir auf das Ungetüm aus dem einleitenden Intro und spätestens jetzt sollte der letzte begriffen haben, dass wir diese Passage nun mit unserem eigenen Charakter durchleben.

Die Kämpfe fühlen sich sehr dynamisch an. Es gibt viel Bewegung und so reduzieren wir mit verschiedenen Angriffen aus der Distanz oder im Nahkampf den Lebensbalken unseres Gegners. Durch Tooltips zeigt uns das Spiel die verschiedenen Angriffen und Kombinationen aus Ausweichen, Sprungangriffen, Schüssen und Spezialangriffen. Bei Schüssen aus sicherer Distanz reicht es das Ziel einigermaßen im Fokus zu behalten und der Aim Assist regelt alles Weitere, wobei das Ziel bei mehreren Gegnern auf engem Raum auch gerne mal wechselt. Im großen und ganzen sind die Kämpfe aber alles andere als schwer und bedürfen keiner komplizierten Komboreihenfolgen zu erlernen, damit auch ungeübte oder Nachwuchs Gamer ihren Spass haben.

Mit dem abschließen von Haupt- und Nebenmissionen, sowie dem besiegen von Gegnern erhaltet ihr Erfahrungspunkte die euch im Level steigen lassen. Hier erhaltet ihr weitere Punkte um eure Fähigkeiten in klassischer RPG Manier zu verbessern. Neue Fähigkeiten, bessere Werte in Verteidigung, Angriff oder Widerstände gegen Umwelteinflüsse die euch den Weg versperren… die Optionen zur Individualisierung sind vielfältig aber verständlich aufgebaut und schnell zu verstehen. Zusätzlich werden durch weitere Tooltips verständliche Beschreibungen eingeblendet wenn ihr das erste Mal die Möglichkeit bekommt eure Punkte beim Level Up zu vergeben.

Nicht nur eure persönlichen Werte gilt es zu verbessern, auch die Ausrüstung will verbessert werden. Neben den in der Welt zu findenden Ausrüstungsgegenstände können auch neue Gegenstände hergestellt werden. Einzelne Bauteile findet ihr ebenfalls überall in der offenen Welt, besonders gute Teile sind hier aber auch besser versteckt und so gilt es jeden Winkel genauesten zu untersuchen um versteckte Räume aufzuspüren. Beim Crafting gilt es dann im ersten Schritt zu wählen welche Art von Gegenstand hergestellt werden soll um im Anschluss die einzelnen Komponenten einzufügen. Mit der Zeit sammeln sich hier so einige Teile an und leider lassen sich diese nicht sortieren und so wird die Liste schnell unübersichtlich.

RPG nicht nur beim Charakter…

Bei Biomutant gibt es ein klares Ziel, die Rettung des Lebens in der neuen Welt, aber wie das geschieht bleibt euch überlassen. In dem ihr euch einem Stamm anschließt definiert ihr euren Weg zum Ziel. Wo die meisten Stämme versuchen den Baum des Lebens zu schützen hat eine andere Gemeinschaft das Ziel den Baum zu zerstören und so den Lauf der Welt neu zu Starten in dem nur die Stärksten überleben. Beim ersten spielen folgt man in der Regel dem Spiel und nimmt vorgeschlagene Richtungen als gegeben hin. Was aber keinesfalls so ist. So wird einem ein bestimmter Stamm vorgeschlagen und deren Gegenspieler genannt, aber das es noch weitere gibt denen man sich auch direkt abschließen kann wird nicht erwähnt. So wirkt es als wenn die Entwickler uns auf einen bestimmten weg schubsen möchten, dennoch gibt es weitere Optionen die uns besonders beim ersten Anlauf vorenthalten werden und nicht erwähnt werden beziehungsweise erst später im Spiel erwähnt werden wo wir unsere Erste Wahl bereits getroffen haben.

So steigert Biomutant beiläufig den Wiederspielwert, vielleicht nicht ganz Fair aber wie auch im wahren Leben bekommt man nicht immer alle Optionen direkt auf den Tisch gelegt.

Optik, Grafik, Sound …

Zum Zeitpunkt des Test stand noch keine grafische Überarbeitung für Biomutant zur Verfügung um das potentiom auf den neuen Konsolen auszuschöpfen. Somit kann ich an dieser Stelle nur auf die Version der Xbox one Bezug nehmen. Ein Upgrade auf eine verbesserte Grafit ist aber angekündigt worden und durfte somit auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Der Grafikstil ist generell etwas bunter gehalten und es finden sich durchaus ein paar sehr knallige Farben, auf der anderen Seite gibt es aber auch düstere Bereiche wie Ruinen halb zerstörter Gebäude und Bunker in denen es dann etwas trostloser aussieht.

POW… PAFF… BUMM… KLICK…

Viele Aktionen und Spezialangriffe werden grafisch im comic-artigen Stil gehaltenen Effekten unterstützt… habt ihr eure Munition verschossen macht es nicht nur hörbar Klick-klick… ne, es wird auch durch den Schriftzug Klick-klick angezeigt oder ein erfolgreicher Kritischer Treffer ebenfalls durch einen passenden Effekt angezeigt und bringt zusätzlich ein wenig optische Abwechslung in die Kämpfe.

Der Sound ist völlig in Ordnung und die Sprachausgabe erspart einem das Lesen der vielen Texte. Dabei ist die Erzählerstimme immer die gleiche und übersetzt quasi das fremde Gemurmel der Charaktere und NPCs. Viele würden an dieser Stelle den Untertitel abschalten, ich empfehle aber diesen an zu lassen und vor allem kurze Texte selber zu lesen und weiter zu drücken, weil die Vertonung eben dieser Texte m-a-n-c-h-m-a-l  e-t-w-a-s  l-a-n-g-s-a-m ist… und es wird viel erzählt, vor allem am Anfang.

Biomutant ist seit dem 25.05.2021 für PlayStation, Xbox und PC erhältlich.

Biomutant – Review – Flauschiges RPG mit offener Welt und viel Wung-Fu im Test
7
Grafik
7.5
Sound
7
Steuerung
7
Spiele Spaß
7.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 7.2 / 10
Unser Fazit
Mit Biomutant haben Experiment 101 ein nicht lineares RPG Game entwickelt, welches euch viele Optionen und Wege offen lassen um euer Ziel zu erreichen die Welt zu retten und zu erforschen. Mit vielen Nebenmissionen, viel Platz zum Erkunden und verschiedenen Stammen denen man sich anschließen kann wird man viele Stunden Spielspaß haben. Von der Schwierigkeit der Kämpfe ist das Spiel eher einfach gestrickt und ist so auch für Gelegenheitsspieler gut zugänglich.

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Letztes Update am 15. Juni 2021 20:24
Christian Kleinheiderhttps://www.twitch.tv/garfield_topgamingnews
Ich heiße Christian und mit meinen Baujahr ´81 gehöre ich zu den älteren Eisen der Gamer, wobei ich damit aber immer noch nahe am europäischen Altersdurchschnitt liege 🙂 Ich lebe mit meiner kleinen Familie (meiner Frau, meinen Töchtern und ner Hand voll Haustieren) im Osnabrücker Land. Meine Leidenschaft zum Zocken fing Weihnachten 1990 mit dem Urgesteine der Konsolen, dem Game Boy an. Und mit den Jahren habe ich so einige Konsolen und Computersysteme durch, C64, SNES, N64, GC, WII, PS1, PS2, PS3, XBOX ONE S und PC. Bei den Spielen selbst hatte ich nie ein eindeutiges Genre dem ich nachgehe, es gab seine Phasen aber nie einen roten Faden der sich durchgezogen hat. mal waren es die J´n´R, dann Sport (von FiFA, NBA, NHL), denn Rennsport Spielen (GT, F1,...), Shooter, RPs, MMORPG, EZStrategie, Aufbausimus,... die Liste könnte ich ewig weiter führen. Nur MOBAs haben mich nie wirklich fixen können. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden. Wenn ihr Interesse habt dürft ihr mich gerne adden. Bei Twitch bin ich auch zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs und würde mich über einen follow freuen. Twitch: Garfield2808 Steam : Chris2808 Origin: chris28081 GuildWars: christian.5724 XBOX: Garfield288

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