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Dienstag, Oktober 4, 2022

Review – City Eye – Überwachungsstaat oder hilfreicher Helfer?

Es gibt Spiele, die hat man nicht immer auf dem Schirm und dennoch können sie dann überraschen. Als ich vor einiger Zeit die Demo von City Eye anspielen konnte, war ich sehr begeistert. Das war Grund genug, mir das Spiel auf meine Liste zu setzen. Umso zufriedener war ich, als ich dann die Meldung gelesen habe, dass es endlich heraus gekommen ist. Das war für mich ein Grund, es direkt zu installieren und anzuspielen. Und bei knapp 10 GB Speicherplatzbedarf ist der Download auch schnell erledigt gewesen. Ebenso schnell ist das Spiel gestartet, sodass wir direkt loslegen können.

Doch werfen wir einen Blick auf das eigentliche Gameplay. Der Grundgedanke von City Eye ist, dass Verbrechen überall passieren können. Daher gibt es CCTV-Kameras – welche durch uns als Spieler gesteuert werden. Unsere Aufgabe ist es, die Stadt zu überwachen und Gefahren und Verbrechen zu melden und Einheiten loszuschicken. Entwickelt wurde City Eye von SIG Publishing. Dieses simple Prinzip wird ergänzt durch kleinere Elemente, welche an ein Ressourcenmanagement erinnern.

Erstmal beginnen wir mit wenigen Kameras. Gelöste Probleme eröffnen uns die Möglichkeit, weitere Kameras hinzuzukaufen und vorhandene um Funktionen zu erweitern. So haben wir am Anfang nur einfache Kameras, welche durch uns bewegt werden müssen um den Blickwinkel zu ändern. Erst nach einer Aufrüstung könne wir diese automatisieren, sodass auch mehrere Bereiche selbstständig überblickt werden. Und das ist auch schnell notwendig, denn die Stadt in City Eye ist ein Loch, wo Verbrechen wie Brandstiftung, Raubüberfall und ähnliches stetig ein Begleiter sind. Die Verbrechensrate in New York City dürfte geringer ausfallen.
Um unseren Einsatz in City Eye zu unterstützen, erhalten wir zu Beginn jeder Schicht etwas Geld, mit dem wir unsere Technik aufrüsten. Außerdem gibt es eine Liste mit Bildern von Kriminellen. Gerüstet mit diesen Möglichkeiten beobachten wir die Stadt und melden Ereignisse. Hierzu müssen wir, wie bereits angedeutet, immer wieder unsere Kameras wechseln. Dieses Gameplay wiederholt sich in jedem neuen Gebiet und ist verständlich und simpel. Die einzelnen Kameras lassen sich von einer komplett manuell bedienten Kamera zu einer halbautomatischen und dann zu einer vollwertig automatischen Kamera aufrüsten.

Grafisch erinnert City Eye ein wenig an Minecraft in Isometrischer Ansicht. Tiefgehende Details werden hier nicht geliefert, was allerdings nicht zwingend notwendig ist. Der Kern des Spiels liegt definitiv in den Verbrechen und dem Melden dieser. Manche Verbrechen waren im Spielverlauf leider schwer zu erkennen, da durch die gedeckten Farben manche Unstimmigkeiten nicht sofort auffallen.
Der Ton allerdings konnte ganz klar überzeugen. Hier konnte man ganz deutlich die Sirenen der Einsatzfahrzeuge vernehmen oder auch das Knistern der Flammen bei einem Brand. Die Hintergrundmusik ist ansonsten ruhig gehalten. Leider wechselt der Soundtrack nicht wirklich, sodass es nach einiger Zeit eintönig wird.

Die Steuerung von City Eye ist verständlich und einfach, allerdings hätte ich mir mehr Erklärung oder eine Art Tutorial Mission gewünscht. Hier lässt einen das Spiel etwas allein, was aber mit etwas Try and Error schnell umgangen ist und verständlich wird.

Technisch erwartet City Eye nicht viel von unserem Rechner. Es genügt bereits ein i5 bzw. ein Ryzen 3. Lediglich 8 GB RAM werden erwartet und mindestens eine Grafikkarte der Qualität einer GTX 960. Im Vergleich mit anderen Spielen heutzutage ist das definitiv nicht viel.

Fassen wir die Mindestanforderungen nochmal zusammen:

Betriebssystem: Windows 7 oder aktueller

Prozessor: i5-4460 / Ryzen 3 1300

Arbeitsspeicher: 8 GB RAM

Grafik: GTX 960 oder equivalent

Doch kann das Spiel mit seinen geringen Systemanforderungen überzeugen? Das bleibt bis zum Schluss eine Frage, die man sich am besten selbst beantwortet. Sicherlich bietet die Grafik keine aktuellen Highlights, jedoch ist sie für das Spielprinzip vollkommen ausreichend. Dafür weiß der Sound zu überzeugen. Gepaart mit der simplen Steuerung und den leichten Gameplay, kommt zumindest in den ersten Stunden Freude auf.

Insgesamt bleibt am Ende tatsächlich nur der Ratschlag, sich das Spiel selbst anzusehen. Eine echte Kaufempfehlung kann ich nicht aussprechen, aber auch nicht komplett davon abraten. Die Bewertungen auf Steam lassen kein gutes Haar an dem Spiel. Zum Zeitpunkt dieses Berichts gab es 36 Reviews auf Steam, von denen tatsächlich die meisten negativ sind. In den meisten Fällen wird das damit begründet, dass das Spiel zu wenig Inhalt bietet und außerdem das Feeling eines mobile Games mitbringt. Man muss an dieser Stelle anmerken, dass das Spielprinzip und die Idee dahinter extrem gut sind. Leider wird dieses Potenzial nicht genutzt und die Entwickler haben damit einiges verschenkt. Sicherlich ist die Grafik eine Diskussion, aber absolut nicht wichtig. Doch der gute Sound alleine reicht nicht aus, um aus City Eye ein Spiel mit hohen Wiederspielwert zu machen. Ich habe meine Spielzeit genossen, aber nicht jeder wird hier Spielfreude finden. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler hier noch nachlegen und weitere Aufgaben und ggfs. Auch tiefgreifenderes Gameplay durch Patches einführen. Ich würde es mir für dieses Spiel mit diesem großen Potenzial wünschen, damit wir noch länger etwas davon erleben können. Preislich ist das Spiel mit 8,19 Euro absolut in Ordnung.

Review – City Eye – Überwachungsstaat oder hilfreicher Helfer?
6
Grafik
6.5
Sound
6
Steuerung
6.5
Spiele Spaß
6.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 6.3 / 10
Unser Fazit
Das Spiel ist spannend - zumindest am Anfang. In der Demo hatte ich mir viel mehr erhofft, leider hat sich das nicht im fertigen Spiel wiedergefunden. Aber wer weiß - vielleicht kommt da noch etwas. Ich bleibe an dem Spiel dran und wünsche es mir!

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Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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