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Mittwoch, Februar 21, 2024

Review – Enshrouded – Survival Hit aus Deutschland im Test

Survival Games finden sich extrem viele auf dem Markt. Da mitzuhalten macht es für neue Games in diesem Genre schwierig und gleichzeitig auch spannend – wie können Spieler überzeugt und gebunden werden? Enshrouded von Keen Games will hier mitmischen und liefert uns auf dem ersten Blick den klassischen Survival-Mix, mit Aufbau, Ausbau und Überleben. Doch anders als viele andere Vertreter dieses Genres erhalten wir hier auch einen spürbaren Anspruch auf ein Rollenspiel mit deutlicher Story. Gerade letztere war für mich der Reiz zu sagen, dass ich Enshrouded anspielen und erleben möchte.

Dabei ist die Grundgeschichte so einfach und simpel, wie doch fesselnd: Wir sind ein Flammengeborener, einer der Auserwählten, die die Möglichkeit haben, dank einer magischen Flamme Gluttal, die Welt in der wir unterwegs sind, zu retten. Diese Welt wird bedroht vom Miasma, ein Nebel, welcher die Menschen vernichtet und in gnadenlose Monster verwandelt hat. Unsere Aufgabe ist es, die Miasma-Wurzeln zu vernichten, andere Flammenberührte zu erwecken und die Welt von diesem Miasma zu befreien. Wie wir das machen, das bleibt gänzlich uns überlassen – entweder als Magier, Bogenschütze oder Krieger. Oder eine Mischung aus allem? Das überlässt uns Enshrouded komplett selbst. Du bist, was du trägst, sozusagen. So treten wir zu Beginn des Spiels raus in die Welt und erfahren Stück für Stück, was geschehen ist. Jeder Ort erzählt durch herumliegende Büchern oder Notizen der ehemaligen Bewohner eine eigene Geschichte. Und so errichten wir als erstes einen Flammenaltar, welcher es uns ermöglicht, dass wir in diesem festgelegten Umkreis eine eigene Basis aufbauen. Und das ist auch zwingend notwendig, denn nur so erhalten wir Rüstung, Waffen und Nahrung, mit der wir uns nach langen Reisen stärken. Auch Werkzeuge um die notwendigen Ressourcen schneller und besser abzubauen, können wir nur mit der Basis erhalten.

Also werden erste Stöcker gesammelt, Steine und Beeren gesucht, damit wir ein Lagerfeuer anzünden und erste Mahlzeiten erhalten. Diese sind zwar nur als Bufffood, also Nahrung zum verstärken unserer Fähigkeiten, anzusehen, da es keine Hunger- oder Durstmechanik gibt. Aber das ist auch gar nicht notwendig, das Spiel zielt eher auf seine Geschichte und den Aufbau der eigenen Basis ab. Sobald dann die Werkbank steht und wir Äxte und Spitzhacken unser Eigen nennen, beginnen wir größere Bauten in Angriff zu nehmen und einen sicheren Unterschlupft zu erhalten. Besonders fasziniert haben mich hier die Nächte in Enshrouded – die können richtig gruselig wirken. Die Monster aus dem Nebel scheinen näher zu rücken und sich weiter an unsere Heimat heran zu trauen. Und besonders am Anfang sind diese nicht ohne und können uns bereits mit wenigen Attacken – manche sogar mit nur einem Angriff – ins Jenseits schicken.

Doch so bedrohlich die Nacht auch wirken mag – grundsätzlich wirkt Enshrouded wie eines der zugänglichsten Action-Rollenspiele mit Survival Mechanik als andere Vertreter dieses Genres. Die Einstiegsschwelle ist niedrig, aber auch Liebhaber von Herausforderungen kommen absolut auf ihre Kosten. Ich persönlich bin ein absoluter Freund von Aufbau-Thematiken und habe mich dabei erwischt, wie ich auch einige Zeit nach Spielstart immer noch am Ausbau meines Hauses beschäftigt war. Im späteren Spielverlauf erhalten wir andere Materialien wie zum Beispiel Feuerstein, sodass wir andere optische Merkmale in unseren Bauten wieder finden. Hier hat mich besonders gefreut, dass dieses System super aufeinander abgestimmt ist und keinen Frust aufkommen lässt – das kenne ich aus anderen Genrevertretern wesentlich anders. Da braucht es dann Ewigkeiten, bis das Dach passt oder die Wand ist plötzlich falsch herum, sodass man ein halbes Haus wieder abreißen muss, nur damit diese eine Wand korrigiert werden kann. Das alles passiert uns hier nicht, da hat Keen Games gut mitgedacht und reagiert.

Technisch und Grafisch kann Enshrouded mit seinem Stil absolut überzeugen. Das ist nicht zuletzt der Verdienst der eigens für Enshrouded entwickelte Holistic Engine. Dies ermöglicht den Entwicklern interne Änderungen schnell vorzunehmen, zumal die eigenen Tools perfekt dafür abgestimmt sein sollten. Die verschiedenen Licht- und Schatteneffekte wirken perfekt in dieser wunderschönen Grafik mit ihren blauen Kristallen in der Welt. Besonders in der Nacht wirkt das Miasma als wallender Nebel besonders bedrohlich, wenn man zudem die Schatten der Monster dort sieht, wie sie langsam umherwandern.

Während die ersten Kämpfe noch vergleichsweise gut machbar sind, kommen später welche hinzu, die mich wirklich ins Schwitzen gebracht haben. Hier wirkt dann auch die Souls-Formel ein wenig, denn nur wer geschickt ausweicht und blockt wird die Kämpfe auf Dauer überleben. Sind wir damit Erfolgreich und parieren Angriffe, können wir die Gegner betäuben, was uns in die glückliche Lage bringt hier besonders gute Angriffe anzusetzen. Mehr als einmal bin ich hier gestorben, was dazu führt, das wir ein paar der Ressourcen verlieren, die wir bei uns tragen. Aber wie in vielen Survivalspielen üblich, können wir diese wiederholen, wenn wir zum Ort unserer Niederlage zurück gehen.

Als Waffen stehen uns, wie bereits oben erwähnt, Schwert, Äxte oder auch Bögen und Zauberstäbe zur Verfügung. Auch müssen wir auf Schadensarten wie Hieb- und Schnittschaden oder auch Elementarschaden. Dies ermöglicht auch taktisches Vorgehen, da wir mit verschiedenen Schadensarten auf die Feinde reagieren können. Kombiniert mit der richtigen Rüstung, können wir hier auch unsere Stärke steigern und halten dann länger aus. Doch bis es soweit ist, sind einige Quests notwendig, denn diese Möglichkeiten wollen erstmal freigeschaltet werden. Doch mehr sage ich an dieser Stelle nicht – schließlich sollt ihr das Spiel selbst erleben.

Wer besonders viel Spaß mit Enshrouded erleben möchte, der kann sich einen Dedicated Server zulegen und auf diesem mit Freunden spielen. Alternativ ist auch der Koop-Modus möglich, sodass ihr hier gemeinsam auf Reisen geht. Was aktuell etwas ärgerlich ist: Hat einer bereits die Quest erledigt, so ist diese nicht mehr für alle verfügbar. Aber hier haben die Entwickler von Keen Games bereits angedeutet, dass man sich dieser Thematik bewusst ist und darum kümmern wird.

Was man nicht vergessen darf: Enshrouded ist erstmal im Early Access. Das vergisst man erstaunlich schnell, da das Spiel stabil und rund läuft und bereits sehr viel liefert. Es bleibt also spannend, wie es sich weiter entwickelt. Blickt man bewusst auf die Patchnotes, ist zu erkennen, das die Entwickler sich aktiv darum kümmern.

Insgesamt ist Enshrouded also ein Spiel, das mit spürbarer Liebe zum Detail entwickelt wird. Bereits jetzt weiß die Kombination aus Rollenspiel, Survival und Action absolut zu überzeugen. Auch die Kommunikation mit der Community ist überzeugend, sodass hier ein Spiel in den Early Access gestartet ist, das absolut seine Fanbase kennt und mitnimmt. Ich habe bereits jetzt sehr viel Freude mit dem Spiel und bin gespannt, wo die Reise hingeht. Jedem der Survival Spiele mag und das gefüttert mit einer Story und doch einiger Freiheit möchte, der wird hier auf jeden Fall glücklich.

Review – Enshrouded – Survival Hit aus Deutschland im Test
8.5
Grafik
8
Sound
9
Steuerung
9
Spiele Spaß
8
Preis Leistung
Gesamtwertung 8.5 / 10
Unser Fazit
Das Spiel ist noch im Early Access - das mag viele abschrecken. Aber Enshrouded weiß wirklich zu überzeugen mit Inhalten und Möglichkeiten. Vor allem Baufans wie ich kommen hier absolut auf ihre Kosten - Miasma und Weltuntergang? Vollkommen egal - ich habe mein Haus und kann gut darin leben!

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Aktualisiert am 21. Februar 2024 01:36
Michael Barkow
Michael Barkowhttps://www.twitch.tv/gutertag_streaming
1989 erblickte ich das Licht dieser Welt - und bereits 1998 entdeckte ich das Zocken; damals noch mit Command & Conquer: Alarmstufe Rot von 1996. Seitdem bekommt mich die Gamingwelt nicht mehr los. 2005 begann dann für mich die Reise in World of Warcraft und die MMO-Szene hatte mich begeistert. Seitdem habe ich vieles gesehen und erlebt und hüpfe immer mal wieder von einem zum anderen MMO, da ich es nie ganz sein lassen kann. Mit meiner 2015 geborenen Tochter habe ich aber etwas gefunden, dass noch mehr Interesse und Begeisterung weckt. Da das Leben mit Familie tagsüber fesselt, habe ich das Streamen und Zocken am Abend für mich entdeckt. Somit bekommt das Zocken weiterhin seinen Platz in meinem Alltag.

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