Review: DJI Osmo 360 II im Test: 8K/60 fps, AI SuperNight 2.0 & 360°-Aufnahmen auf neuem Niveau

360-Grad-Kameras haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Aus einer früher eher speziellen Kamerakategorie für außergewöhnliche Perspektiven sind inzwischen leistungsfähige Allrounder geworden, die Action-Cam, Vlogging-Kamera und kreatives Produktionswerkzeug miteinander verbinden können. Mit der neuen DJI Osmo 360 II geht DJI genau diesen Weg konsequent weiter. Nachdem uns bereits die erste Osmo 360 mit ihrem durchdachten Konzept gefallen hat, legt DJI bei der zweiten Generation an mehreren entscheidenden Stellen nach.

Die wichtigste Neuerung dürfte für viele Nutzer bereits auf dem Datenblatt auffallen: Die DJI Osmo 360 II zeichnet native 360-Grad-Videos nun mit bis zu 8K und 60 Bildern pro Sekunde auf. Dazu kommen ein höherer Dynamikumfang von bis zu 14,5 Blendenstufen, AI SuperNight 2.0, austauschbare Objektive, eine verbesserte Schnellbefestigung und mit Spotlight Follow eine Funktion, die den Aufwand bei der späteren Bearbeitung erheblich reduzieren kann. Gleichzeitig bleiben viele Stärken der ersten Generation erhalten, darunter der großzügige interne Speicher, die kompakte Bauweise und die direkte Integration in das Osmo-Ökosystem.

Wir haben uns die DJI Osmo 360 II genauer angesehen und vor allem darauf geachtet, wie groß der praktische Mehrwert der Neuerungen wirklich ausfällt.

Kompaktes Gehäuse und vertrautes DJI-Konzept

Optisch bleibt DJI der grundsätzlichen Form einer kompakten 360-Grad-Kamera treu. Mit Abmessungen von rund 61 × 36,3 × 81 Millimetern und einem Gewicht von etwa 183 Gramm lässt sich die Osmo 360 II problemlos unterwegs mitnehmen. Damit benötigt man weder eine große Kameratasche noch aufwendiges Zubehör, wenn man spontan 360-Grad-Aufnahmen erstellen möchte.

Technisch bekommt man trotz der kompakten Abmessungen ausgesprochen viel geboten:

• Abmessungen: 61 × 36,3 × 81 mm
• Gewicht: ca. 183 g
• zwei quadratische 1/1,1-Zoll-CMOS-Sensoren
• maximale 360°-Videoauflösung: 8K mit bis zu 60 fps
• maximale 360°-Fotoauflösung: 120 Megapixel
• Blende: f/1.9
• Dynamikumfang: bis zu 14,5 Blendenstufen
• AI SuperNight 2.0
• 128 GB interner Speicher, davon rund 105 GB nutzbar
• microSD-Erweiterung bis 1 TB
• 2.150-mAh-Akku
• vier integrierte Mikrofone
• bis 10 Meter wasserdicht ohne Zusatzgehäuse
• bis 50 Meter mit optionalem Invisible Waterproof Case
• 10-Bit-Farbtiefe und D-Log M
• NFC-Schnellverbindung
• Dual-Direction-Schnellverschluss
• Sprach-, Gesten- und Twist-Shot-Steuerung

Damit positioniert DJI die Osmo 360 II klar oberhalb einer klassischen Action-Cam. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass wir bei einer Aufnahme nicht schon vorher exakt entscheiden müssen, wohin die Kamera zeigen soll. Genau das macht 360-Grad-Kameras in der Praxis so interessant.

360 Grad bedeutet: erst aufnehmen, später entscheiden

Die größte Stärke der Osmo 360 II ist für uns weiterhin die Freiheit beim Filmen. Bei einer normalen Action-Cam müssen wir vor der Aufnahme festlegen, was im Bild zu sehen sein soll. Ist die Kamera beim Mountainbiken beispielsweise etwas zu weit nach links ausgerichtet oder passiert eine interessante Szene außerhalb des gewählten Bildausschnitts, ist diese möglicherweise verloren.

Bei einer 360-Grad-Aufnahme sieht das völlig anders aus. Die beiden Fischaugenobjektive erfassen praktisch die komplette Umgebung. Erst anschließend wählen wir in der Nachbearbeitung aus, welcher Bildausschnitt im fertigen Video gezeigt werden soll.

Gerade bei Reisen, Freizeitaktivitäten oder Action-Szenen ist das enorm angenehm. Wir können die Kamera beispielsweise auf einem Selfie-Stick vor uns halten und später entscheiden, ob wir uns selbst, die Umgebung hinter uns, eine seitliche Perspektive oder eine Kamerafahrt zeigen möchten.

Das verändert tatsächlich die Art, wie man filmt. Statt ständig darüber nachdenken zu müssen, ob die Kamera richtig ausgerichtet ist, konzentriert man sich stärker auf die eigentliche Situation.

Native 8K mit 60 Bildern pro Sekunde macht den Unterschied

Eine der wichtigsten Verbesserungen gegenüber der ersten Osmo 360 ist die höhere maximale Bildrate. Während die erste Generation bei 8K maximal 50 fps ermöglicht, schafft die Osmo 360 II nun bis zu 60 fps bei 7680 × 3840 Pixeln.

Gerade bei Bewegung ist das ein echter Vorteil. Schnelle Schwenks, Fahrten mit dem Fahrrad, Motorradaufnahmen oder Szenen beim Laufen wirken dadurch deutlich flüssiger. Gleichzeitig bleiben durch die hohe Ausgangsauflösung ausreichend Bildinformationen übrig, wenn später nur ein Ausschnitt des kompletten 360-Grad-Bildes verwendet wird.

Das ist bei 360-Grad-Kameras besonders wichtig. Die angegebenen 8K verteilen sich schließlich auf die gesamte Kugelaufnahme. Exportiert man anschließend nur einen normalen 16:9-Bildausschnitt, wird davon lediglich ein Teil verwendet. Eine möglichst hohe Ausgangsauflösung ist deshalb keineswegs nur eine schöne Zahl für das Datenblatt, sondern wirkt sich unmittelbar auf die Qualität des fertigen Videos aus.

DJI bietet neben 8K auch 6K mit bis zu 60 fps. Für besonders schnelle Szenen stehen darüber hinaus weitere Zeitlupenoptionen zur Verfügung. Die Osmo 360 II kann im Panoramamodus unter anderem 4K mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

In unserem Praxiseindruck eignet sich 8K/60 fps hervorragend als Einstellung für hochwertige Action-Aufnahmen, wenn gleichzeitig genügend Reserven für das spätere Reframing vorhanden sein sollen.

Sehr starke Bildqualität und deutlich mehr Dynamik

DJI setzt weiterhin auf zwei quadratische 1/1,1-Zoll-CMOS-Sensoren. Bei 360-Grad-Aufnahmen entspricht die effektiv genutzte Bildfläche einem 1-Zoll-Sensor im 4:3-Format. Gerade in Verbindung mit der lichtstarken f/1.9-Blende entsteht eine für diese Kameraklasse überzeugende Basis.

Besonders positiv fällt der große Dynamikumfang auf. DJI gibt für die Osmo 360 II bis zu 14,5 Blendenstufen an. Die erste Osmo 360 kam auf 13,5 Blendenstufen.

Das macht sich vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen bezahlt. Wer beispielsweise aus einem schattigen Bereich in einen hellen Himmel filmt, kennt das Problem: Entweder sind dunkle Bereiche kaum noch erkennbar oder die hellen Flächen verlieren ihre Zeichnung.

Die Osmo 360 II kommt mit solchen Situationen sehr gut zurecht. Helle und dunkle Bereiche bleiben ausgewogen und gerade bei Außenaufnahmen bekommen wir dadurch deutlich mehr Spielraum. Das ist bei einer 360-Grad-Kamera besonders wichtig, weil die Kamera häufig gleichzeitig in Richtung Sonne und in einen deutlich dunkleren Bereich blickt.

AI SuperNight 2.0 verbessert Nachtaufnahmen

360-Grad-Kameras hatten lange Zeit eine klare Schwäche: wenig Licht. Zwei extrem weitwinklige Objektive, hohe Auflösungen und relativ kompakte Sensorflächen sind keine besonders einfache Kombination für Nachtaufnahmen.

DJI begegnet diesem Problem mit AI SuperNight 2.0. Neben der lichtstarken f/1.9-Blende arbeitet dabei eine neue KI-basierte Rauschreduzierung daran, dunkle Szenen sauberer wiederzugeben. SuperNight unterstützt bei 360-Grad-Videos sogar Aufnahmen bis 8K/60 fps.

Natürlich darf man auch hier keine Wunder erwarten. Wenig Licht bleibt eine größere Herausforderung als ein sonniger Nachmittag. Für eine kompakte 360-Grad-Kamera ist das Ergebnis allerdings ausgesprochen überzeugend. Straßenbeleuchtung, Innenräume, Abendveranstaltungen oder Aufnahmen während der Dämmerung lassen sich deutlich besser nutzen, als wir es von älteren 360-Grad-Kameras gewohnt sind.

Vor allem gefällt uns, dass DJI nicht einfach versucht, die Aufnahme massiv aufzuhellen. Ziel ist vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen sichtbaren Details und möglichst wenig störendem Bildrauschen.

Spotlight Follow nimmt uns einen Teil der Nachbearbeitung ab

Eine unserer interessantesten Neuerungen ist Spotlight Follow. Genau hier setzt DJI an einem Punkt an, der Einsteiger bisher häufig von 360-Grad-Kameras abgeschreckt hat: der Nachbearbeitung.

Normalerweise nehmen wir zunächst die komplette 360-Grad-Szene auf und müssen anschließend selbst bestimmen, wohin die virtuelle Kamera schaut. Möchten wir beispielsweise eine Person dauerhaft im Bild halten, müssen entsprechende Keyframes gesetzt oder Tracking-Funktionen genutzt werden.

Spotlight Follow kann ein Motiv automatisch erfassen und verfolgen. Dabei bleibt die ausgewählte Person auch dann im Mittelpunkt, wenn sich die Kamera dreht oder bewegt. Anschließend lässt sich über DJI Mimo oder DJI Studio ein normales Video mit Motivverfolgung mit bis zu 4K/30 fps exportieren.

Das spart Zeit und senkt gleichzeitig die Einstiegshürde erheblich.

Für Solo-Vlogger, Fahrradfahrer, Skifahrer und generell Creator, die sich selbst filmen, ist diese Funktion besonders interessant. Statt erst lange am Rechner eine Kamerafahrt zu programmieren, erhält man wesentlich schneller ein Video, bei dem die relevante Person bereits sauber verfolgt wird.

Der unsichtbare Selfie-Stick sorgt weiterhin für beeindruckende Perspektiven

Eine typische Besonderheit moderner 360-Grad-Kameras ist der unsichtbare Selfie-Stick. Dabei verschwindet ein passend ausgerichteter Stick innerhalb des Stitching-Bereichs der beiden Objektive automatisch aus der Aufnahme.

Das Ergebnis kann verblüffend aussehen. Die Kamera scheint teilweise mehrere Meter frei vor oder hinter der Person zu schweben. Dadurch entstehen Perspektiven, die normalerweise nur mit einer Drohne oder mit deutlich komplexerer Kameraausrüstung möglich wären.

DJI empfiehlt einen Mindestabstand von etwa 75 Zentimetern zwischen Kamera und Motiv, damit das Stitching der beiden Objektive optimal funktioniert. Der Selfie-Stick sollte außerdem möglichst gerade unterhalb der Kamera montiert sein.

Besonders bei Wanderungen, Fahrradfahrten und Reisevideos gefällt uns dieser Effekt ausgesprochen gut. Eine einzige Aufnahme kann anschließend mehrere völlig unterschiedliche Perspektiven liefern.

Auch als klassische Action-Cam verwendbar

Eine gute 360-Grad-Kamera sollte unserer Meinung nach nicht ausschließlich 360-Grad-Aufnahmen beherrschen. Es gibt genügend Situationen, in denen man einfach nur ein normales Video aufnehmen möchte.

Genau deshalb besitzt die Osmo 360 II einen Einzelobjektivmodus. Hier kann die Kamera wie eine klassische Action-Cam eingesetzt werden. Für normale Einzelobjektivaufnahmen stehen unter anderem 4K mit bis zu 60 fps zur Verfügung, während der Boost-Modus 4K mit bis zu 120 fps ermöglicht.

Praktisch ist außerdem, dass bei Einzelobjektivaufnahmen während der laufenden Aufnahme zwischen Vorder- und Rückseite gewechselt werden kann – bis einschließlich 4K/60 fps.

Das macht die Kamera deutlich flexibler. Wer unterwegs nicht ständig zwischen Action-Cam und 360-Grad-Kamera wechseln möchte, kann viele Situationen komplett mit der Osmo 360 II abdecken.

120-Megapixel-Fotos und kreative Zeitlupen

Neben Videos unterstützt die Kamera hochauflösende 360-Grad-Fotos mit bis zu 120 Megapixeln beziehungsweise 15.520 × 7.760 Pixeln. Gerade bei Landschaftsaufnahmen oder außergewöhnlichen Orten bietet das enorme Möglichkeiten.

Interessant ist dabei wieder der Gedanke, eine komplette Szene einzufangen und den späteren Bildausschnitt erst danach festzulegen.

Hinzu kommen kreative Modi wie 16K-360°-Timelapse und umfangreiche Slow-Motion-Funktionen. In Verbindung mit DJI Studio lässt sich aus 4K/240-fps-Material mithilfe einer KI-Frame-Interpolation sogar eine extrem verlangsamte Darstellung erzeugen. DJI spricht hier von bis zu 64-facher Zeitlupe in der Nachbearbeitung. Einige dieser besonders rechenintensiven Funktionen setzen allerdings derzeit einen Mac mit Apple Silicon voraus.

Für den Alltag werden die wenigsten Anwender regelmäßig solche extremen Zeitlupen benötigen. Es zeigt aber eindrucksvoll, wie viel kreative Reserve in der Kamera steckt.

10-Bit und D-Log M für anspruchsvollere Videoprojekte

Wer seine Videos anschließend bearbeiten möchte, dürfte sich über die Unterstützung von 10-Bit-Farbtiefe freuen. Alle Videoformate unterstützen 10 Bit und damit über eine Milliarde mögliche Farbabstufungen.

Zusätzlich steht D-Log M zur Verfügung. Dieses flachere Farbprofil bewahrt mehr Informationen für die spätere Farbkorrektur und erleichtert gleichzeitig die Kombination mit Material anderer DJI-Kameras.

Für ein schnell geschnittenes Urlaubsvideo ist D-Log M natürlich nicht notwendig. Wer allerdings mehrere Kameras verwendet, Farblooks erstellen oder das Maximum aus seinen Aufnahmen holen möchte, bekommt hier deutlich mehr Spielraum.

Stabilisierung gehört zu den großen Stärken

Eine Action-Kamera muss nicht nur scharfe Bilder liefern, sondern Bewegungen zuverlässig ausgleichen. Gerade beim Fahrradfahren, Laufen oder bei Fahrzeugaufnahmen wären starke Erschütterungen ansonsten sofort sichtbar.

Bei einer 360-Grad-Kamera gibt es hier einen zusätzlichen Vorteil: Da die komplette Umgebung erfasst wird, besitzt die Software sehr große Reserven für eine nachträgliche elektronische Stabilisierung und Horizontkorrektur.

Das Ergebnis passt hervorragend zum Einsatzgebiet der Osmo 360 II. Bewegungen wirken ruhig, während der Horizont auch bei stärkeren Kamerabewegungen stabil gehalten werden kann. Gerade Aufnahmen mit dem Selfie-Stick profitieren davon enorm und wirken teilweise so, als wäre zusätzlich ein Gimbal verwendet worden.

105 GB interner Speicher sind im Alltag Gold wert

Bei einer Kamera, die Videos mit bis zu 8K aufzeichnet, spielt Speicherplatz eine wichtige Rolle. Umso besser gefällt uns, dass DJI weiterhin einen großen internen Speicher integriert.

Von insgesamt 128 GB stehen ungefähr 105 GB für Aufnahmen zur Verfügung. Zusätzlich unterstützt die Kamera microSD-Speicherkarten bis zu 1 TB.

Der interne Speicher ist für uns mehr als nur ein nettes Extra. Wer unterwegs schon einmal eine Kamera verwenden wollte und feststellen musste, dass die Speicherkarte noch im Kartenleser steckt, weiß den Vorteil sofort zu schätzen.

Mit der Osmo 360 II können wir im Grunde direkt mit der Aufnahme beginnen. Für längere Urlaube oder umfangreiche 8K-Projekte würden wir dennoch zusätzlich eine schnelle microSD-Karte einsetzen.

Akku und Schnellladen

In der Osmo 360 II steckt der Osmo Extreme Battery Plus mit 2.150 mAh. DJI nennt für kontinuierliche 8K/30-fps-360°-Aufnahmen eine Laufzeit von bis zu 100 Minuten beziehungsweise bis zu 120 Minuten im Endurance-Modus unter den entsprechenden Testbedingungen.

Solche Laborwerte sind natürlich nicht mit jedem realen Nutzungsszenario identisch. Displayhelligkeit, WLAN, Umgebungstemperatur, Aufnahmeformat und zusätzliche Funktionen wirken sich auf die Laufzeit aus.

Positiv ist die Schnellladefunktion. Der Akku kann unter geeigneten Bedingungen innerhalb von etwa 22 Minuten auf 80 Prozent geladen werden. Außerdem darf die Kamera während des Ladevorgangs weiter verwendet werden.

Gerade unterwegs ist das praktisch. Eine kurze Pause reicht aus, um wieder eine beachtliche Menge Energie nachzuladen.

Vier Mikrofone und direkte DJI-Mic-Verbindung

Videoqualität ist nur die eine Hälfte eines guten Videos. Gerade bei Vlogs oder Reportagen spielt der Ton eine ebenso wichtige Rolle.

DJI integriert vier Mikrofone und kombiniert diese mit einer Windgeräuschreduzierung. Noch interessanter ist allerdings OsmoAudio. Darüber lassen sich kompatible DJI-Mic-Sender direkt mit der Kamera verbinden, ohne einen zusätzlichen Empfänger an der Kamera befestigen zu müssen.

Unterstützt werden unter anderem verschiedene Modelle aus der DJI-Mic-Familie. Dadurch bleibt das Setup klein und unkompliziert.

Wer beispielsweise unterwegs zwei Personen aufnehmen möchte, erhält damit eine sehr elegante Lösung. Die internen Mikrofone können gleichzeitig Umgebungsgeräusche erfassen, während die Funkmikrofone für verständliche Stimmen sorgen.

Bedienung: Touchscreen, Gesten, Sprache und Twist Shot

Bei Action-Aufnahmen kann man eine Kamera nicht immer direkt mit den Fingern bedienen. DJI bietet deshalb mehrere Möglichkeiten, die Aufnahme zu starten.

Neben dem Touchscreen stehen Gestensteuerung und Sprachsteuerung zur Verfügung. Bei der Gestensteuerung genügt beispielsweise eine geöffnete Hand, um eine Aufnahme zu starten oder zu stoppen. Die Erkennung funktioniert innerhalb einer bestimmten Entfernung zur Kamera. Zusätzlich gibt es Twist Shot: Wird der Selfie-Stick zweimal um seine Achse gedreht, kann dadurch ebenfalls die Aufnahme ausgelöst werden.

Was zunächst wie eine Spielerei klingt, macht in bestimmten Situationen tatsächlich Sinn. Beim Skifahren, Fahrradfahren oder Filmen mit ausgefahrenem Selfie-Stick ist die Kamera möglicherweise gerade nicht bequem erreichbar.

Eine weitere praktische Funktion ist SnapShot. Selbst bei ausgeschalteter Kamera genügt ein Druck auf die Aufnahmetaste, um das Gerät zu starten und unmittelbar mit einer vorher festgelegten Aufnahme zu beginnen.

NFC und DJI Mimo beschleunigen den Workflow

DJI hat auch die Verbindung zum Smartphone verbessert. Während bei der ersten Osmo 360 die Verbindung über die DJI-Mimo-App gesucht werden musste, besitzt die Osmo 360 II eine NFC-Schnellverbindung.

Ein Antippen kann ausreichen, um die Verbindung zur App aufzubauen, Dateien zu übertragen oder direkt zur Bearbeitung zu wechseln.

Gerade bei einer 360-Grad-Kamera ist eine gute Software beinahe genauso wichtig wie die Hardware. Denn erst durch Reframing, Tracking und den anschließenden Export wird aus dem vollständigen Kugelvideo häufig ein klassisches Video für YouTube, Instagram, TikTok oder andere Plattformen.

DJI Mimo bietet hierfür verschiedene intelligente Bearbeitungsmöglichkeiten bis hin zu One-Tap Edit. Wer lieber am Rechner arbeitet, kann DJI Studio verwenden. Fortgeschrittene Anwender können zudem exportierte 360-Grad-Dateien in professionelle Programme wie DaVinci Resolve übernehmen.

Wir finden diesen Punkt besonders wichtig: Eine leistungsfähige 360-Grad-Kamera bringt wenig, wenn anschließend für jedes brauchbare Video eine halbe Stunde Nachbearbeitung notwendig ist. Genau deshalb sind Funktionen wie Spotlight Follow, automatische Analyse und One-Tap Edit mehr als nur zusätzliche Softwarefeatures.

Austauschbare Objektive lösen ein klassisches 360°-Problem

Die hervorstehenden Fischaugenobjektive gehören gleichzeitig zu den größten Stärken und Schwachstellen einer 360-Grad-Kamera. Sie ermöglichen das riesige Sichtfeld, sind dadurch aber deutlich stärker gefährdet als ein zurückgesetztes Kameraobjektiv.

DJI versieht die beiden Linsen der Osmo 360 II mit einer besonders harten optischen Beschichtung. Noch wichtiger ist für uns allerdings, dass beschädigte äußere Objektive nun vom Nutzer ausgetauscht werden können.

Das ist eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung. Bei der ersten Osmo 360 war ein Linsentausch Sache des DJI-Supports. Gerade bei einer Kamera, die fürs Fahrrad, Motorrad, Skifahren oder andere Outdoor-Aktivitäten gedacht ist, gehört ein gewisses Beschädigungsrisiko einfach dazu.

Optional sind weiterhin transparente Objektivschützer erhältlich. Bei besonders riskanten Aktivitäten würden wir diese durchaus verwenden, wobei sie nicht für Unterwasseraufnahmen vorgesehen sind.

Wasserdicht und für Outdoor-Einsätze vorbereitet

Ohne zusätzliches Gehäuse ist die Osmo 360 II bis zu einer Wassertiefe von 10 Metern geschützt. Mit dem separat erhältlichen Invisible Waterproof Case sind laut DJI Tauchgänge bis 50 Meter möglich.

Für klassische Unterwasseraufnahmen ist das optionale Gehäuse ohnehin die bessere Wahl. Durch die Form der Fischaugenobjektive kann die Lichtbrechung unter Wasser ansonsten zu Verzerrungen und Problemen beim Zusammenfügen der beiden Kamerabilder führen. Das spezielle Gehäuse wurde genau dafür optisch angepasst.

Mit einem Temperaturbereich, der Aufnahmen bis etwa -20 °C ermöglicht, eignet sich die Kamera zudem auch sehr gut für Wintersport und andere kalte Umgebungen.

Osmo-Schnellverschluss und klassisches 1/4-Zoll-Gewinde

Bei der Befestigung setzt DJI auf ein überarbeitetes Dual-Direction-Schnellverschlusssystem. Die Kamera lässt sich magnetisch von beiden Seiten mit kompatiblem Zubehör verbinden.

Zusätzlich befindet sich ein klassisches 1/4-Zoll-Gewinde an der Kamera. Damit bleiben wir nicht ausschließlich auf proprietäres Zubehör beschränkt, sondern können auch zahlreiche vorhandene Halterungen, Stative oder andere Kameraausrüstung verwenden.

Das gefällt uns ausgesprochen gut. Gerade bei Action-Kameras sammelt sich über die Jahre häufig einiges an Zubehör an. Je mehr davon weiterverwendet werden kann, desto besser.

Wie groß ist der Unterschied zur ersten DJI Osmo 360?

Auf den ersten Blick könnte man meinen, DJI hätte lediglich eine überarbeitete Version der ersten Kamera veröffentlicht. In der Praxis summieren sich die Änderungen jedoch.

Die erste Osmo 360 konnte bereits sehr viel richtig machen. Die zweite Generation steigert die maximale 8K-Bildrate von 50 auf 60 fps, erhöht den Dynamikumfang von 13,5 auf 14,5 Blendenstufen und bringt AI SuperNight 2.0 mit.

Dazu kommen Spotlight Follow, NFC, austauschbare Linsen sowie der überarbeitete Dual-Direction-Schnellverschluss. Die höhere Akkukapazität von 2.150 mAh rundet die Weiterentwicklung ab.

Vor allem Spotlight Follow und die austauschbaren Objektive halten wir dabei für wichtige Neuerungen. Das eine vereinfacht den täglichen Workflow, das andere beseitigt eine der größten Sorgen beim Einsatz einer 360-Grad-Kamera.

Schlusswort

Mit der Osmo 360 II zeigt DJI eindrucksvoll, wie schnell sich das Unternehmen im Bereich der 360-Grad-Kameras weiterentwickelt. Statt die erste Generation lediglich leicht zu überarbeiten, wurden genau die Bereiche verbessert, die im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen.

Native 8K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde liefern die notwendige Auflösung und Flüssigkeit für hochwertige 360-Grad-Videos. Der höhere Dynamikumfang sorgt für mehr Details in schwierigen Lichtsituationen, während AI SuperNight 2.0 die Kamera auch am Abend wesentlich vielseitiger macht.

Besonders gut gefällt uns Spotlight Follow. Die Möglichkeit, eine Person automatisch zu verfolgen und anschließend direkt ein klassisches Video zu exportieren, nimmt 360-Grad-Aufnahmen einen Teil ihrer bisherigen Komplexität. Genau solche Funktionen können dafür sorgen, dass 360-Grad-Kameras nicht mehr nur ein Werkzeug für Enthusiasten sind.

Auch die kleinen Dinge stimmen. 105 GB nutzbarer interner Speicher verhindern, dass eine vergessene Speicherkarte den Drehtag beendet. NFC beschleunigt die Smartphone-Verbindung, der große Akku bietet genügend Reserven und das Schnellladen reduziert Wartezeiten. Über das OsmoAudio-System lassen sich kompatible Funkmikrofone ohne zusätzlichen Empfänger anbinden.

Sehr wichtig finden wir außerdem die austauschbaren Objektive. Eine 360-Grad-Kamera besitzt konstruktionsbedingt besonders exponierte Linsen. Dass diese bei der Osmo 360 II im Schadensfall gewechselt werden können, erhöht die Alltagstauglichkeit deutlich.

Am meisten überzeugt uns jedoch weiterhin das eigentliche 360-Grad-Konzept: Wir müssen während der Aufnahme nicht permanent darüber nachdenken, ob die Kamera gerade exakt in die richtige Richtung zeigt. Wir nehmen die komplette Umgebung auf und entscheiden anschließend, welche Perspektive wir verwenden möchten. Aus einer einzigen Aufnahme können dadurch mehrere völlig unterschiedlich wirkende Kamerafahrten entstehen.

Genau darin liegt für uns der Reiz der DJI Osmo 360 II. Sie ist nicht einfach nur eine weitere Action-Cam mit zwei Objektiven, sondern ein kleines kreatives Kamerasystem, das klassische Action-Aufnahmen, Vlogging, Reisevideos, ungewöhnliche Third-Person-Perspektiven und vollständige 360-Grad-Aufnahmen miteinander verbindet.

Wer bereits mit 360-Grad-Kameras arbeitet, bekommt mit der zweiten Generation vor allem durch 8K/60 fps, Spotlight Follow, den höheren Dynamikumfang, SuperNight 2.0 und die austauschbaren Linsen spürbare Verbesserungen. Wer dagegen erstmals in das Thema einsteigen möchte, profitiert von einer inzwischen erstaunlich unkomplizierten Kombination aus leistungsfähiger Hardware und intelligenter Software.

TopTechNews_Gold

Review: DJI Osmo 360 II im Test: 8K/60 fps, AI SuperNight 2.0 & 360°-Aufnahmen auf neuem Niveau
10
Qualität
9
Steuerung
9
Design
9.5
Preis Leistung
9.5
Ausstattung
Gesamtwertung 9.4 / 10
Unser Fazit
Die DJI Osmo 360 II hinterlässt bei uns deshalb einen ausgesprochen positiven Gesamteindruck. Hohe Bildqualität, enorme kreative Freiheit, umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten und ein durchdachtes Zubehörsystem machen sie zu einer der spannendsten Kameras für alle, die mehr wollen als die klassische Perspektive einer gewöhnlichen Action-Cam.
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Zugegeben, ich könnte wie die meisten anfangen und erzählen, dass ich schon seit über 35 Jahre ein leidenschaftlicher Zocker bin und schon mitte der 80er mit dem Commodore 64 angefangen habe zu spielen, später dann mit PC, Atari und Nintendo groß geworden bin, was dann mit dem Erscheinen der PlayStation und Xbox auch fortgesetzt wurde. Wichtig zu wissen ist aber, dass mein frühe Befassung mit diesem Bereich mich zu dem gemacht hat was ich heute bin. Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können und habe bei ProMarkt, Media Markt, Saturn und später noch bei Conrad Electronic gearbeitet. Durch meine Wirken in diesen Bereich und Weiterbildungen in verschiedenen Bereichen wie Gaming, Multimedia und Technik in verschiedenen Bereichen wie z.b. Haushalt, Hifi, Kabel & Sound, Car Technik, PC & Konsolen, Musik & Filme, Spielwaren, Hardware & Software sowie Games und Smartphones habe ich entsprechend viel Erfahrung sammeln können um sie hier mit euch zu teilen. Sein Hobby zum Beruf zu machen reicht meiner Meinung nach nicht aus, sondern gibt uns nur ein Fundament, eine Basis anderen zu helfen, die nur durch Arbeit, lange Erfahrung und Weiterbildung ausgebaut wird.

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